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An konkreten Dingen Flüchtlinge lernen im Lingener LWH die deutsche Sprache

Von PM. | 07.02.2017, 14:32 Uhr

Mit einer farbenfrohen Auftaktveranstaltung ist das Projekt „Erfahrung ins Wort gebracht – Sprache lernen über Umwelt, Natur, Landeskultur“ im Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) in Lingen gestartet.

Flüchtlinge, ehrenamtliche Betreuer und Dozenten haben sich jetzt im neuen Werkraum des LWH getroffen, um sich kennenzulernen und gemeinsam kreativ zu sein. Dies geht aus einer Mitteilung der katholischen Bildungseinrichtung hervor. Als erste Übung der Seminarreihe, in der über die Beschäftigung mit Natur- und Umweltthemen Sprachkenntnisse vermittelt werden sollen, haben die Teilnehmer bunte Blüten gemalt und die Namen der verwendeten Farben bestimmt.

Sprache an konkreten Dingen lernen

„Zunächst haben wir über Tiere gesprochen, die in der Heimat der Teilnehmer vorkommen, dann über Pflanzen – und dann waren wir ganz schnell bei den Farben“, erläutert Seminarleiter Michael Reitemeyer den Zweck der Übung. Damit ist das Ziel des Kooperationsprojektes von LWH, Deutscher Bundesstiftung Umwelt und dem SKM Lingen gleich beschrieben: „Sprache lernt man immer an ganz konkreten Dingen“, ist der LWH-Direktor überzeugt.

Verschiedene Einrichtungen besucht

Über vier Monate beschäftigen sich Menschen mit und ohne Fluchterfahrung dreimal pro Woche mit Themen wie Flora und Fauna, Landwirtschaft oder Energie. Dabei besucht die Seminargruppe zum Beispiel eine Biogasanlage oder einen Windradhersteller. Vor- und nachbereitet werden die Einheiten im LWH, wo auch die Themennachmittage zu Religion, Kultur und Politik stattfinden werden.

Schüler werden einbezogen

In das Projekt mit einbezogen werden dabei auch Schüler aus Lingen, die eine Art Patenschaft für die Flüchtlinge übernehmen werden. Der Syrer Iyad Al-Azroumi freut sich auf die kommenden Seminareinheiten: „Ich möchte die Sprache lernen, und das geht hier besser als zuhause.“ Dort würde nämlich jeder in seiner Heimatsprache sprechen, ergänzt Hendrika Hölman, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagiert. Fürs Deutschlernen müssten die Flüchtlinge raus – zum Beispiel ins LWH.

In dem Projekt „Erfahrung ins Wort gebracht“ sind noch einige Seminarplätze frei. Informationen gibt es im LWH unter Tel. 0591/6102-112 oder per E-Mail an reitemeyer@lwh.de.