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An der B 70 Lühn in Lingen siedelt um und errichtet Technologiepark

Von Thomas Pertz | 18.10.2017, 21:15 Uhr

Das Lingener Bauunternehmen Lühn wird seinen Standort an der Rheiner Straße aufgeben und einen Neubau an der B70, Ecke Rottumer Straße gegenüber dem Innovation-Center von Rosen errichten. Lühn hat eine insgesamt zehn Hektar große Fläche von der Stadt erworben.

Für sich selbst nutzen will das Unternehmen drei Hektar. Die übrigen sieben Hektar sollen ebenso wie der neue Lühn-Standort Teil eines hochwertigen Dienstleistungs-, Gewerbe- und Technologieparks werden. „Es geht uns um Nachhaltigkeit“, umriss Gesellschafterin Annemarie Lühn am Mittwoch bei einem Pressegespräch im Rathaus das ehrgeizige Projekt. Es sieht einen Architektenwettbewerb vor, der Ansiedlungsideen für weitere Unternehmen, etwa aus dem Bereich der Mobilitätstechnologien, Natur- und Landschaftsschutz, Energie oder Ver- und Entsorgung entwickelt. Interessantes Gewerbe soll sich räumlich in einer attraktiven Architektur widerspiegeln. Dies umzusetzen ist die Aufgabe von Benjamin Hossbach, Architekt aus Berlin und dort Geschäftsführer des Büros Phase Eins.

Flächen für Start-up-Unternehmen

Auch Existenzgründer sollen die Möglichkeit bekommen, mit ihren Start-up-Unternehmen dort Büroflächen anzumieten. Annemarie Lühn verwies vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels auf die Notwendigkeit, attraktive Arbeitsplätze anzubieten. Ein Betriebskindergarten ist deshalb ebenfalls vorgesehen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, ergänzte Krone. Gastronomische Angebote in dem neuen Dienstleistungs- und Gewerbepark soll es ebenso geben. Mit dem ersten Spatenstich wird 2019 gerechnet. Für den Bau von Gebäuden sind Investitionen im zweistelligen Millionenbereich geplant. 

„Uns war es wichtig, dass wir das Areal selbst projektieren können“, sagte Geschäftsführer Wilfried Hockmann. Es sei Lühn darum gegangen, den Charakter des Gewerbegebietes in Zusammenarbeit mit der Stadt selbst zu gestalten. Hockmann sowie die geschäftsführenden Gesellschafter Beyhan Ciftci und Jörg Morslöden dankten Rat und Verwaltung der Stadt Lingen für deren Bereitschaft, diesen Weg mitzugehen.

Partnerschaftliche und harte Gespräche

Oberbürgermeister Dieter Krone und Ludger Tieke, Leiter der Wirtschaftsförderung, hoben die Bedeutung von Lühn als wichtigen Arbeitgeber der Stadt vor. Rund 150 Arbeitnehmer sind derzeit dort beschäftigt. Dass Lühn in Lingen bleibe, sei keine Selbstverständlichkeit gewesen, betonte Krone. Über eineinhalb Jahre hatten beide Seiten verhandelt. Es seien partnerschaftliche, aber auch harte Gespräche gewesen, hieß es am Mittwoch im Rathaus.

„Rosen links und Lühn rechts“

Der neue Standort des Bauunternehmens, je nach Fahrtrichtung unmittelbar stadtein- bzw. -auswärts gelegen, dokumentiert den Worten von Krone zufolge in hervorragender Weise den Wirtschaftsstandort Lingen. „Rosen links und Lühn rechts“, setzte der Oberbürgermeister die Markierungspunkte, die für jeden Vorbeifahrenden deutlich sichtbar sein würden.

Derzeit befindet sich das Unternehmen Lühn auf einem ein Hektar großen betriebseigenen Grundstück an der Rheiner Straße. Das Areal platzt aus allen Nähten, auch die Verwaltungsgebäude an der Tecklenburger Straße reichen nicht mehr aus. Geplant sind am alten Standort künftig unter anderem 24 Wohnungen für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte, die der Kategorie „bezahlbarer Wohnraum“ entsprechen. Der Vorsitzende des Wirtschafts- und Grundstücksausschusses, Stefan Wittler (SPD), und Ausschussmitglied Uwe Dietrich (CDU) sprachen deshalb von einer „Win-win“-Situation. Das Unternehmen könne sich an anderer Stelle der Stadt weiter entwickeln und der alte Standort unter anderem für Wohnbauzwecke genutzt werden.