Echtzeitinformation geplant Steigende Fahrgastzahlen bei Lingener „Lili“-Bus

Oberbürgermeister Dieter Krone (links) freut sich mit den Ortsbürgermeistern der Lingener Ortsteile über die steigenden Fahrgastzahlen des „Lili“-Bus. Foto: Stadt LingenOberbürgermeister Dieter Krone (links) freut sich mit den Ortsbürgermeistern der Lingener Ortsteile über die steigenden Fahrgastzahlen des „Lili“-Bus. Foto: Stadt Lingen

Lingen. Die Zahl der zahlenden Fahrgäste im „Lili“-Bus, der „Linie für Lingen“, hat im vierten Jahr ihres Bestehens die Marke von 150.000 überschritten.

Oberbürgermeister Dieter Krone und der Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Lingen, Ulrich Boss, erläuterten jetzt in einem Pressegespräch die Entwicklung der Fahrgastzahlen und Pläne für die Zukunft des „Lili“-Busses. Erstmals auf den Lingener Straßen unterwegs war die „Lili“ im September 2013. Bis August 2014 nutzten 115.500 Fahrgäste das Angebot. Im Folgejahr waren es 128.958. Die größte Steigerung gab es von September 2015 bis August 2016: In diesem Zeitraum lösten 149.443 Menschen einen Fahrschein. Bis August 2017 stieg die Zahl dann noch einmal leicht auf 151.063.

Boss wies darauf hin, dass es sich dabei um die Zahl der verkauften Einzelfahrscheine handele. Die Besitzer des in den Wintermonaten geltenden Schietwettertickets, Studenten, bei denen die Benutzung des „Lili“-Busses Teil des Semestertickets sei und Schwerbehinderte, die den „Lili“-Bus kostenlos nutzen dürften, seien darin nicht enthalten. „Wir gehen von rund 250.000 Fahrgästen im Jahr aus“, erklärte Boss.

„10+1“-Karte ab sofort erhältlich

Ab sofort seien „10+1“-Karten im Büro der Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd am Busbahnhof in Lingen und bei der Touristinfo von Lingen Wirtschaft und Tourismus am Neuen Rathaus erhältlich, erklärte Boss. Für 15 Euro, den Preis von zehn Einzelfahrscheinen, gebe es elf Tickets, die übertragbar seien. Krone erklärte, dass es öfter Anfragen zu einem solchen Angebot gegeben habe. „Die Fahrgäste haben häufig kein Kleingeld und die Fahrer können nicht unbegrenzt wechseln“, stellte Krone die „10+1“-Karte als Vereinfachung für Fahrer und Fahrgäste dar. Mit der Einführung des „Lingen-Pass“, der einkommensschwachen Bürgern der Stadt Vergünstigungen gewährt, zum 1. Januar 2018 könnten dessen Inhaber die „10+1“-Karte für 12 Euro erwerben, fügte Hermann Gebekken, Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsbetriebe, hinzu.

Anzeigetafeln und App

Als größte Neuerung ist die Einführung einer Echtzeitinformation über die tatsächlichen Abfahrtzeiten der Busse im Laufe des ersten Halbjahres 2018 geplant. Diese ist laut Boss für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis Emsland geplant und solle aus Fördermitteln des Landes Niedersachsen finanziert werden. Konkrete Kosten konnte Boss nicht nennen. „Aber es handelt sich um einen höheren sechsstelligen Betrag.“

Am Busbahnhof in Lingen sowie an den stark frequentierten Haltestellen am Konrad-Adenauer-Ring, am Medicus Wesken und am Krankenhaus seien hierfür Anzeigetafeln geplant. Für alle anderen Haltestellen werde eine App entwickelt, mit deren Hilfe sich Fahrgäste auf ihrem Smartphone darüber informieren könnten, wann genau der Bus an ihrer Haltestelle abfährt.

Weiterhin Förderung durch die Ortsräte

Die Lingener Ortsräte, die den „Lili“-Bus bis September 2015 mit 1,50 Euro je Einwohner in ihrem Ortsteil mitfinanziert hatten (Schepsdorf bis September 2016) und die Förderung danach auf einen Euro senkten, würden auch 2018 bei dieser Förderhöhe bleiben, teilte Krone mit. Gebbeken, der bis 2016 auch Ortsbürgermeister von Clusorth-Bramhar war, erklärte, dass damit zehn Prozent der Ortsratsmittel an das Projekt „Lili“-Bus fließen würden. Clusorth-Bramhar, das weniger gut ans Bussystem angeschlossen ist als andere Ortsteile, zahlt nur 50 Prozent des Förderbetrages. Die Zuschüsse der Wirtschaftsbetriebe und der Stadt Lingen an den „Lili“-Bus von insgesamt rund 750.000 Euro jährlich würden stabil bleiben, versicherte Boss.

Der Frage nach der Einführung eines Halbstundentaktes der bislang stündlich verkehrenden „Lili“ erteilte Krone eine klare Absage: „Irgendwie muss der ‚Lili‘-Bus ja auch noch finanzierbar bleiben.“


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