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24.11.2017, 17:45 Uhr EINLASSUNGEN SPAREN SOLLEN

Zur Vertraulichkeit von Gutachten: Eigentor von Koop

Ein Kommentar von Thomas Pertz


Robert Koop, Fraktionsvorsitzender der Bürgernahen. Foto: Wilfried RoggendorfRobert Koop, Fraktionsvorsitzender der Bürgernahen. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Der BN-Fraktionsvorsitzende Robert Koop hätte sich seine Einlassungen zum Thema Turnhalleneinsturz an der Johannesschule sparen sollen, so der Kommentator.

Das war ein klassisches Eigentor von Robert Koop in der Ratssitzung. Der Fraktionsvorsitzende der Bürgernahen folgt beim Umgang mit ratsinternen Informationen häufig eigenen Regeln und legt diese mitunter so großzügig aus, dass dabei auch Vertraulichkeit verloren gehen kann. Dass er diese nun ausgerechnet in Abgrenzung zur eigenen Fraktion berücksichtigt haben will, hat deshalb in der Ratssitzung Kopfschütteln ausgelöst – zu recht.

Koop hat, wie die anderen Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP auch, von der Verwaltung das Gutachten zum Turnhalleneinsturz an der Johannesschule bekommen – zur vertraulichen Verwendung. Aus welchen Gründen auch immer er es nicht an seine Fraktionsmitglieder weitergegeben hat, ist seine Sache. Jedenfalls aber sicher nicht deshalb, um Vertraulichkeit zu wahren. Als ob die gefährdet wäre, wenn die ganze Fraktion in Kenntnis gesetzt würde. Das käme im Umkehrschluss ja einem Misstrauen ihr gegenüber gleich. Auch Fraktionsmitglieder sind in der Lage, mit vertraulichen Informationen sachgemäß umzugehen. Dafür sind sie gewählt worden. Koop hätte sich deshalb seine Einlassungen in der Sitzung und auch auf anderen Plattformen sparen sollen.

Positiv war die politische Unterstützung im Stadtrat, die Baudezernent Lothar Schreinemacher für sich, seine Arbeit und sein Team bei der Ursachenforschung für den Halleneinsturz spüren durfte. Der Rückhalt wird Schreinemacher gutgetan haben.


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