OVG erklärt B-Plan für unwirksam Rückschlag für Krematoriumsbau in Lingen-Brögbern

Von Wilfried Roggendorf

Bürger aus Lingen-Brögbern haben bereits vor Jahren gegen den Bau eines Krematoriums demonstriert. Jetzt hat eine Klage einiger von ihnen Erfolg gehabt. Foto: Thomas PertzBürger aus Lingen-Brögbern haben bereits vor Jahren gegen den Bau eines Krematoriums demonstriert. Jetzt hat eine Klage einiger von ihnen Erfolg gehabt. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Die Pläne für den Bau eines Krematoriums im Lingener Ortsteil Brögbern haben einen Rückschlag erlitten. Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hat den Bebauungsplan, der Grundlage für die Errichtung des Krematoriums war, für unwirksam erklärt.

Die Kläger, zwei Landwirte aus Brögbern, hatten beanstandet, dass ihnen durch das Krematorium Einschränkungen bei der Tierhaltung entstehen könnten. Sie befürchteten, dass die Gerüche aus ihren Betrieben von Trauernden als störend empfunden würden. Dieser Auffassung folgte das OVG zwar nicht, aber sah in den Gerüchen für andere ein Problem. „Der Bebauungsplan krankt aber daran, dass die im Krematorium tätigen Arbeitnehmer unzumutbar hohen landwirtschaftlichen Gerüchen ausgesetzt sind“, begründet das Gericht seine Entscheidung.

Baugenehmigung nicht unwirksam

Ganz aus der Welt ist der Bau des Krematoriums in Brögbern damit laut einer Sprecherin des Gerichtes nicht: „Die Unwirksamkeit des Bebauungsplans bedeutet nicht, dass die dem Investor erteilte Baugenehmigung automatisch hinfällig ist.“ Ein Bebauungsplan richte sich an die Allgemeinheit. Hiergegen könne jeder ein Normenkontrollverfahren, so wie es die beiden klagenden Landwirte gemacht hätten, anstrengen. Gegen eine Baugenehmigung könnten jedoch nur unmittelbar Betroffene klagen.

Klage vor dem Verwaltungsgericht läuft weiter

Gegen die Baugenehmigung läuft derzeit eine Klage vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück. „Dieses wird prüfen müssen, welche Auswirkungen das Urteil des OVG auf die bereits erteilte Baugenehmigung hat“, erklärte die die Sprecherin des OVG. Von daher sei offen, ob die Klagen gegen die Baugenehmigung vom Urteil des OVG berührt würden.

Verhaltene Freude bei Bürgerinitiative

Auch bei der Bürgerinitiative „Kein Krematorium in Brögbern“, die sich seit mehreren Jahren gegen Pläne für den Bau einer solchen Einrichtung in ihrem Ortsteil wehrt, herrscht deshalb nur verhaltene Freude über die Entscheidung des OVG: „Wir müssen jetzt einfach erst einmal rechtlich prüfen, was dies für uns bedeutet“, erklärte BI-Sprecher Klaus Vogler auf Nachfrage unserer Redaktion.

Die Stadt Lingen hat durch eine Sprecherin angekündigt, am Freitag, 17. November 2017, zur Entscheidung der Lüneburger Richter Stellung beziehen zu wollen.