Mint-Camp am Institut für Duale Studiengänge Gymnasiasten tauschen Schulhof gegen Campus Lingen


Lingen. Ein „großes Kompliment für eine Riesenleistung“ innerhalb recht komplexer Handlungsfelder hat Prof. Dr. Ing. Wolfgang Arens-Fischer, Studiendekan am Institut für Duale Studiengänge am Ende eines Mint-Camps an 30 Gymnasiasten ausgesprochen.

Für Schüler mit Interesse und Talent an Naturwissenschaften und Technik hatte das Institut für Duale Studiengänge gemeinsam mit den Meppener Gymnasien Windthorst und Marianum, dem Franziskusgymnasium in Lingen, dem Kreisgymnasium St. Ursula Haselünne sowie dem Lise-Meitner-Gymnasium in Neuenhaus das Mint-Camp mit fünf Workshops zum Thema „Engineering technischer Systeme“ veranstaltet. Mint steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Fünf Tage lang tauschten die Schüler des Jahrgangs zehn Schulhof gegen Campus und Klassenzimmer gegen Labor und Vorlesungsräume. Hinzu kamen Besuche bei Firmen, denn neben der Theorie sollte, wie beim dualen Studium, auch die Praxis nicht zu kurz kommen. Erstmals fand ein solches Camp im vergangenen Jahr statt.

„Der Jahrgang zehn eignet sich gut für einen solchen Workshop“, erklärte Arens-Fischer, da man sich für die Leistungskurse der Oberstufe entscheiden müsse. Seiner Meinung nach müsse man Schüler früh an die praktischen Handlungsfelder heranführen und auch die technischen Hintergründe vermitteln.

Fünf Unternehmen beteiligt

Neben den Bildungseinrichtungen waren fünf Unternehmen beteiligt: Röchling Plastics (Haren), Rosen und RWE (Lingen), Esders (Haselünne) und 3 N (Werlte) wollten zeigen, das Technik spannende Anwendungsfelder bietet. Beim Mint-Camp wird das Thema „Engineering technischer Systeme“ in unterschiedlichen Workshops nach dem dualen Studienprinzip entfaltet – also in der Kombination aus theoretischer Vertiefung an der Hochschule und praktischer Anwendung im Unternehmen. Auf dieser Basis sollten die Schüler auf der einen Seite die Theorie für ihr Thema erarbeiten und gleichzeitig die praktische Anwendung in Unternehmen der Region kennenlernen. Denn „Theorie wird erst lebendig, wenn man sie anwendet,“ betonte Arens-Fischer in seiner Begrüßung.

„Talentförderung“

Obwohl Schüler in der zehnten Klasse noch recht jung sind, hätten sie die Aufgaben recht gut bewältigt, sagte Dr. Alexander Kling, zuständig für den Workshop „Elektromagnetische Phänomene in technischen Anwendungen.“ Er war ebenso wie seine Kollegen überrascht, dass der Anteil der Mädchen etwa gleich dem der Jungen war. Es sei schon erstaunlich, so Kling, welch großer Wissenszuwachs in nur vier Tagen zu erkennen sei. Das wunderte Mike Horas vom Windthorst-Gymnasium in Meppen weniger. Er gehört zusammen Schulleiter Leo Pott vom Gymnasium Marianum Meppen zu den Initiatoren dieses Camps und sieht darin so etwas wie eine „Talentförderung“.

Schulübergreifende Gruppen

Jeweils schulübergreifend haben sich die jungen Leute darüber hinaus mit der Zusammensetzung von Bio-Kunststoffen und anderen Kunststoffen, mit konventioneller und regenerativer Energiegewinnung sowie mit Druck- und Kraftsensoren beschäftigt.

Präsentation zum Abschluss

Jede Gruppe präsentierte ihre jeweiligen Ergebnisse in einem rund 15-minütigen Vortrag im Rahmen einer großen Abschlussveranstaltung mit 150 Gästen und stellte sich den Fragen der Mitschüler, Eltern, Lehrer und Unternehmensvertreter, ehe alle noch ein Teilnahme-Zertifikat erhielten.


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