Zwei Wochen in Afrika Lingener BBS-Schüler unterstützen Farm in Uganda

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Lingen. Drei Schüler und zwei Lehrer der Berufsbildenden Schulen Lingen (BBS) für Agrar und Soziales haben sich auf den weiten Weg nach Uganda gemacht. Doch nicht, um dort Urlaub zu machen: Während eines zweiwöchigen Aufenthalts haben sie unter anderem auf einer Farm in Mbaraara einen Ofen gebaut.

Mehr aus Lingen lesen Sie in unserem Ortsportal. Nun ist die engagierte Truppe wieder in Deutschland angekommen und berichtet über ihre Erfahrungen in Afrika. „Die Reise war eine Mischung aus Arbeit, Entwicklungshilfe und Land und Leute kennenlernen“, zog Tilo Warnecke, einer der begleitenden Lehrer, ein Resümee nach den 14 Tagen in einer fremden Kultur. Er war ebenso wie sein Kollege Michael Jansen, der auch Bäckermeister ist, nach einem Aufenthalt im Januar 2017 bereits zum zweiten Mal in dem afrikanischen Land, um die kleine Farm nahe Hoima zu unterstützen.

Kooperation mit Papenburger Stiftung

Diese Fahrt konnte in Kooperation mit der Papenburger Stiftung Klima schützen damit Kinder leben können realisiert werden. Das Ziel war, die stiftungseigene Farm zum Zentrum für nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume weiter zu entwickeln. Dafür wurde Anfang des Jahres die Basis gelegt, die nun im September ihre Fortsetzung fand. Während beim ersten Besuch die Anlage eines vielfältigen Gemüsegartens im Mittelpunkt stand, ging es jetzt um den Bau eines Ofens, damit die Farmbewohner Backwaren sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Verkauf auf dem Markt produzieren können.

Improvisation gefragt

Wegen der Regenzeit konnte nicht sofort mit dem Ofenbau begonnen werden, sondern es musste zunächst eine Dachkonstruktion erstellt werden, damit die Ofenkuppel, die aus Lehm bestehen sollte, nicht sofort wieder weggespült wird. Da es weder Baumärkte noch andere Materiallager in der Nähe gibt, war Improvisation gefragt. Wellblech, das bei einem Sturm von Häusern heruntergeweht wurde, erhielt nun über der Ofenkuppel seine neue Funktion. Hier konnte Goderic Storm seine Fähigkeiten als Schweißer unter Beweis stellen. Überhaupt war das Helferteam auf Kreativität angewiesen. „Es gab zwar reichlich gutes Werkzeug, aber kein Material, um es anzuwenden“, blickt Michael Jansen zurück. So musste die Ofenkuppel zunächst vor dem Regen geschützt werden, später vor der starken Sonneneinstrahlung, um Risse in der Kuppel zu vermeiden.

Zwei Tage Safari

Die folgenden zwei Tage, die erforderlich waren, damit die verbauten Materialien trocknen und aushärten, nutzten die Teilnehmer zu einer geführten Safari, die sie auf eigene Kosten unternahmen. „Das war eine Erlebnisfahrt, bei der man total tolle Fotos machen konnte“, fasste Johannes Griehl stellvertretend für die Schüler zusammen.

Spannung vor dem ersten Backen

Mit Spannung verfolgten Einheimische und Helfer noch vor der Abreise den ersten Testlauf des Backofens. „Mit großem Aufwand hatten wir uns schließlich alle Zutaten besorgen können“, erinnert sich Jansen an die Schwierigkeiten, Hefe zu bekommen. Für das Probebacken waren Brot, Pizza und ein süßer Kuchen vorgesehen. Während das eher rustikale Brot bei den Afrikanern nicht so gut ankam, waren sie sehr angetan von Pizza und Kuchen. Auch hier war wieder Improvisation gefragt. Denn weder Temperatur noch Backzeit lassen sich bei solch einem Ofen einstellen.

Nachhaltig beeindruckt

Zurück in Deutschland sind die Schüler noch nachhaltig beeindruckt von ihren Erlebnissen auf dem fernen Kontinent. Alle können sich vorstellen, noch einmal eine solche Reise zu machen. Doch vorher heißt es erst einmal, den Stoff der versäumten Schultage nachzuholen.


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