Lob im Ausschuss für die Verwaltung Lingen-Pass mit vielen Vergünstigungen

Von Ludger Jungeblut

Zufrieden mit der Einführung des Lingen-Passes sind Christian Weinstock (links) und Ralf Czogalla. Sie nahmen als Zuhörer an der Sitzung des Ausschusses für Familie, Soziales und Integration teil. Foto: Ludger JungeblutZufrieden mit der Einführung des Lingen-Passes sind Christian Weinstock (links) und Ralf Czogalla. Sie nahmen als Zuhörer an der Sitzung des Ausschusses für Familie, Soziales und Integration teil. Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. Ein neuer Lingen-Pass soll ab 1. Januar 2018 Menschen mit schmalem Geldbeutel finanziell unterstützen. Der Ausschuss für Familie, Soziales und Integration hat in seiner jüngsten Sitzung dem Stadtrat einstimmig die Einführung des Passes empfohlen.

Sozialdezernentin Monika Schwegmann stellte den neuen Pass, für dessen umfassende Ausarbeitung es im Ausschuss viel Lob gab, im Detail vor. Zur Finanzierung soll im Haushalt 2018 ein Betrag von 25.000 Euro bereitgestellt werden. Wie berichtet, hatten die Bürger Christian Weinstock und Ralf Czogalla die Initiative für einen derartigen Pass ergriffen, dann aber ihr geplantes Bürgerbegehren zurückgezogen, nachdem der Fachausschuss am 6. April die Verwaltung mit der Erstellung eines Konzepts beauftragt hatte.

Laufzeit auf ein Jahr begrenzt

In Lingen existiert zwar schon ein Familienpass, der einige Vergünstigungen beinhaltet. Dies betrifft allerdings nur Familien mit Kindern oder einem pflegebedürftigen Angehörigen, der im gemeinsamen Haushalt lebt. Stattdessen richtet sich der Lingen-Pass nach dem zur Verfügung stehenden Einkommen. Zahlreiche, aber nicht alle Vergünstigungen des Familienpasses sollen laut Schwegmann künftig auch für Inhaber des Lingen-Passes gelten, dessen Laufzeit auf ein Jahr begrenzt ist. Zum Personenkreis des Lingen-Passes gehören Einzelpersonen, Ehepaare, Familien sowie Alleinerziehende mit Kindern. Voraussetzung ist, dass Leistungen nach den Sozialgesetzbüchern II und X II bezogen wird, Grundsicherung im Alter oder Erwerbsunfähigkeit vorliegt und Zahlungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erfolgen. In den Genuss des Familienpasses sollen zudem Bafög-Empfänger mit Hauptwohnsitz in Lingen und Geringverdiener mit Anspruch auf Wohngeld kommen.

Stadt nimmt ab Januar Anträge entgegen

Der Lingen-Pass wird bei entsprechender Leistungsbewilligung auf Antrag ab Januar bei der Stadt Lingen ausgestellt. Die Ausstellung erfolgt im Scheckkartenformat. Der Pass ist nur in Verbindung mit der Vorlage eines Personalausweises gültig. Jedes Familienmitglied und jeder Lebenspartner erhält einen Ausweis.

Vergünstigung auch beim Schwimmbadbesuch

Vergünstigungen sind zum Beispiel beim Besuch des Linus-Schwimmbades und des Theaters vorgesehen. Es gibt verbilligten Eintritt beim Emslandmuseum und vorbehaltlich der Zustimmung der Verantwortlichen der VGE-Süd sollen die Passinhaber günstiger mit dem LiLi-Bus fahren können. Einzelheiten des Programms werden noch auf der Internetseite der Stadt, in einer Broschüre und in den Medien veröffentlicht.

„Schön, dass Bürger etwas erreichen können“

Ausschussmitglied Tanja Christiansen-Hamdi, die als sachkundiges Mitglied dem Gremium angehört, erklärte mit Blick auf die Initiatoren: „Ich finde es schön, dass Bürger etwas erreichen können.“ Weinstock und Czogalla, die von der Stadt an der Ausarbeitung des Passes beteiligt wurden, zeigten sich zufrieden mit dem vorgelegten Ergebnis.

Teilhaushalt gebilligt

Im weiteren Verlauf der Sitzung billigte der Ausschuss den Teilhaushalt „Fachbereich Jugendhilfe, Arbeit und Soziales“ für 2018. Laut Schwegmann, die auch Kämmerin ist, gibt es wenig Gestaltungsmöglichkeiten in dem Haushalt, da ein großer Teil der Aufwendungen durch die Personalkosten festgelegt ist.