Hebelkiste ausgeliehen Schüler in Lingen stellen fest: Hebelgesetze funktionieren

Von Christiane Adam

Jemanden in eine Burg zu katapultieren lautete die Aufgabe, die Gulian Klauke, Lara Claas und Alica Füssner (von links) gelöst haben. Foto: Christiane AdamJemanden in eine Burg zu katapultieren lautete die Aufgabe, die Gulian Klauke, Lara Claas und Alica Füssner (von links) gelöst haben. Foto: Christiane Adam

Lingen. Die Hebelkiste der VME-Stiftung macht es möglich, die Hebelgesetze in die Praxis umzusetzen. Es funktioniert, wie in der Overbergschule in Lingen festgestellt wurde.

Brillen sind teuer. Und wenn Oma die Brille runterfällt und sie sich nicht mehr gut bücken kann, braucht sie ein Hilfsmittel, mit dem sie, ohne sich zu bücken, die Brille wiederbekommen kann und bei dem die Brille nicht erneut auf den Boden fällt. Was tun? „Das müsste mit einer Greifzange gehen“, meinen Fenna Heisig, Emily Straube und Hennes Körbe aus der Klasse 3c2. Die Klassen 3c1 und 3c2 der Overbergschule in Lingen haben sich gerade die Hebelkiste der VME-Stiftung ausgeliehen und betreiben allerlei Experimente damit.

Ein Thema durch Ausprobieren erschließen

Die Klassenlehrerinnen Anika Schmees und Johanna Quaing bauen das Thema Hebelgesetze in den Sachunterricht ein. Sie haben an der Lehrerfortbildung für die Hebelkiste, die die VME-Stiftung Osnabrück-Emsland Grundschulen zur Verfügung stellt, teilgenommen. „Es ist toll, dass es auf diese Weise möglich ist, dass sich die Kinder ein eigentlich schwieriges Thema durch Ausprobieren selbst erschließen“, freut sich Quaing.

Zehn Unterrichtsstunden eingeplant

Etwa zehn Unterrichtsstunden haben die beiden Lehrerinnen für die Hebelkiste eingeplant. Denise Haim von der Lingener Castellschule habe die Lehrerfortbildung so durchgeführt, dass sich die teilnehmenden Lehrer in derselben Situation wiederfanden wie heute die Schüler: „Sie mussten auch alles durch Ausprobieren herausfinden“, wie Christina Suthe, Bildungsreferentin bei der VME-Stiftung erfreut berichtet. Denn genau darum ginge es: Sich ein technisches Thema selbst erarbeiten. „Ich helfe den Kindern nicht sofort, sondern gebe lediglich mal einen Tipp, wenn es nicht klappt“, betont Schmees.

Gruppe steckt die Köpfe zusammen

Noch weitere Gruppen befassen sich mit dem Brillenproblem, aber die Brille fällt immer wieder herunter. „Was meint ihr, warum kriegt ihr die Brille nicht hoch?“, fragt Schmees „Die Brille ist zu schwer“, meint ein Kind. „Nein, die Brille ist ziemlich leicht“, antwortet Schmees. „Sie rutscht ab“, ist die nächste Schlussfolgerung, und die Gruppe steckt wieder die Köpfe zusammen.

„Ohne Kommunikation geht es nicht“

In der Nebengruppe beschwert sich ein Mädchen, dass der Junge alles alleine machen möchte. Er entgegnet, dass die Mädchen nichts täten. „Lass die Mädchen auch mal ran“, mahnt die Klassenlehrerin. „Die Beschäftigung mit der Hebelkiste übt auch Teambildung. Ohne Kommunikation geht es nicht“, weiß Suthe. „Oft haben die Mädchen richtig gute Ideen, und Firmen sind auch auf der Suche gerade nach diesen Softskills“, betont sie.

Richtig und falsch gibt es nicht

Neben dem Brillenproblem gibt es noch Aufgaben wie einen Tretmülleimer zu entwickeln, eine Fußmaschine für ein Schlagzeug usw. Am Ende stellen sich die Kinder gegenseitig ihre Lösungsvorschläge vor. Richtig und falsch gibt es nicht: Hauptsache, es funktioniert!


VME steht für den Verband der Metall- und Elektroindustrie. Die Stiftung hat ihren Sitz in Osnabrück und hat sich die Förderung der Bildung im naturwissenschaftlichen Bereich auf die Fahne geschrieben. Die Hebelkiste ist u. a. im Medienzentrum Emsland am Standort Lingen in der Heidekampstraße 5 kostenlos auszuleihen. Weitere Informationen: Christina Suthe, Tel. 0541/6003511, suthe@vme-stiftung.de oder auf www.vme-stiftung.de.