Vom Kotten zum Traumhaus Bildband zu Heuerhäusern im Emsland erschienen


Lingen. Heuerhäuser. Das sind Häuser, in denen die auf dem Land arbeitenden und meist besitzlosen Heuerlinge bis in die 1960er-Jahre zumeist unter primitivsten Bedingungen gelebt haben. Viele der heute noch existierenden Häuser sind inzwischen aufwendig zu Traumhäusern umgestaltet worden. Ein Bildband zu diesem Thema haben jetzt Bernd Robben und sein Autorenteam vorgestellt.

Gerade einmal drei Jahre ist es her, dass Robben und der Historiker Helmut Lensing ihr Buch zum Heuerlingswesen mit dem markanten Titel „Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerleute kommen“ veröffentlicht haben. Ungewöhnlich für ein re

Starten Sie jetzt Ihren kostenlosen Probemonat!

Schließen Sie jetzt den kostenfreien Probemonat ab, um diesen Artikel zu lesen. Alle weiteren Inhalte auf unserer Webseite und in der App „noz News“ stehen Ihnen dann ebenfalls zur Verfügung.
Probemonat für 0 €
Anschließend 9,95 €/Monat | Monatlich kündbar
paypal express
Sind Sie bereits Abonnent der gedruckten Zeitung?

Das Heuerlingswesen

Heuerleute waren selbstständige Landwirte, die aber weder eine eigene Wohnung noch Land besaßen, sondern diese von Bauern im Gegenzug für eine unentgeltliche Arbeitsverpflichtung sowie in Form von Naturalien gestellt bekamen. Im ausgehenden Mittelalter tauchten die Heuerlinge als neue soziale Schicht vor allem im nordwestdeutschen Raum auf.

Die Heuerstellen mit den meist sehr einfach gebauten Häusern lagen meist in direkter Umgebung des Bauernhofes, die Hofbesitzer sicherten sich durch Abtreten kleiner Heuerstellen günstige Mitarbeiter. Heuerlinge waren auch keine vollberechtigten Mitglieder der Bauernschaft, sie besaßen kein Stimmrecht und brauchten keine Kirchenbeiträge zu bezahlen. Da die kleinen Anwesen die meist vielköpfigen Familien kaum oder gar nicht ernähren konnten, verdingten sich viele männliche Mitglieder der Heuerlingsfamilien als Saisonarbeiter in den Niederlanden (sogenannte „Hollandgänger“) oder als wandernde Kleinkaufleute („Tödden“).

Aufgrund der Modernisierung der Landwirtschaft und der fortschreitenden Industrialisierung verschwand das Heuerlingswesen zu Beginn der 1960er-Jahre innerhalb kürzester Zeit vollständig. Viele der sehr einfach gebauten Häuser verfielen schnell. vb

Das Buch „Heuerhäuser im Wandel“ ist für 29,90 Euro ab sofort im Buchhandel sowie den Geschäftsstellen der Lingener und der Meppener Tagespost sowie der Ems-Zeitung in Papenburg erhältlich (ISBN 978-3981839326). „Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerleute kommen!“ liegt weiter in fünfter Auflage für 24,90 Euro vor (ISBN 978-3981839319).

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der NOZ MEDIEN und mh:n MEDIEN