Kitas, Schulen, Straßen Stadt Lingen investiert nächstes Jahr fast 16 Millionen Euro

Der Ausbau von Betreuungsplätzen in den Lingener Kindertagesstätten ist auch 2018 ein Thema. Das Foto von Februar zeigt die Arbeiten zur Erweiterung der Kindertagesstätte St. Ludger im Lingener Wohnpark Gauerbach. Sie sind weitgehend abgeschlossen. Foto: Felix ReisDer Ausbau von Betreuungsplätzen in den Lingener Kindertagesstätten ist auch 2018 ein Thema. Das Foto von Februar zeigt die Arbeiten zur Erweiterung der Kindertagesstätte St. Ludger im Lingener Wohnpark Gauerbach. Sie sind weitgehend abgeschlossen. Foto: Felix Reis

Lingen. Der Finanzausschuss der Stadt Lingen hat die Eckwerte für den Haushalt 2018 beschlossen. Weitere Beratungen werden im November folgen. Der Etat für das nächste Jahr wird kurz vor Weihnachten verabschiedet.

Einzelheiten zum Zahlenwerk hatten Oberbürgermeister Dieter Krone und Stadtkämmerin Monika Schwegmann erläutert. Im Ergebnishaushalt mit den laufenden Einnahmen und Ausgaben der Verwaltung wird es den Angaben zufolge ein Minus von 423.000 Euro geben. Bei einer aktuellen Rücklage in Höhe von 24 Millionen Euro ist der Haushaltsausgleich aber kein Problem. In den Folgejahren schließt der Ergebnishaushalt positiv ab. „Von einem strukturellen Defizit können wir nicht mehr sprechen“, betonte Krone.

30 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahme

Die Stadt geht im nächsten und in den Folgejahren von Einnahmen bei der Gewerbesteuer in Höhe von 30 Millionen Euro aus. Diese Zielmarke wurde im laufenden Haushaltsjahr 2017 erreicht. Nach 12,9 Millionen Euro im Jahr 2016 packt die Stadt bei den Investitionen noch eine Schippe drauf. Insgesamt 15,8 Millionen Euro fließen in verschiedene Maßnahmen, vor allem in Schulen und Kindertagesstätten.

Bildung und Betreuung

„Die Themenfelder Bildung sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind Schwerpunkte“, sagte Krone. Die Schaffung weiterer Betreuungsplätze sei eine wichtige kommunale Pflichtaufgabe. Mehr als eine Million Euro werden nächstes Jahr für Bauvorhaben in den Kindertagesstätten St. Josef, St. Antonius, St. Marien und Franziskus bereitgestellt. 2019 folgen weitere Maßnahmen, unter anderem auch in den Kitas St. Bonifatius und St. Michael. Die Kita Don Bosco bekommt einen Anbau für eine Krippengruppe. Die Kosten belaufen sich auf 333.500 Euro. Die Stadt rechnet aber mit Zuweisungen in Höhe von 225.000 Euro.

Neues Feuerwehrhaus

Für den Stadtteiltreff Stroot sind 304.000 Euro vorgesehen. Bei den Grundschulen steht unter anderem eine Schulhofsanierung an der Grundschule in Brögbern, der Neubau der Turnhalle in Bramsche und die Wiederherstellung der Turnhalle an der Johannes-Grundschule nach dem Dacheinsturz im Januar an. In Angriff genommen wird auch der Bau eines neuen Feuerwehrhauses in Holthausen-Biene. Bis 2019 fließen 1,56 Millionen Euro in das Vorhaben. Eine ähnliche Maßnahme steht in Baccum an. Dort sind im Haushaltsjahr 2018 Planungskosten in Höhe von 93.600 Euro veranschlagt.

5,5 Millionen für Grundstückskäufe

Für Grundstückskäufe sind 5,5 Millionen Euro im Haushalt veranschlagt. Wie Finanzdezernentin Schwegmann erläuterte, sei von einer Refinanzierung in Höhe von 4,6 Millionen Euro auszugehen. Für Tiefbaumaßnahmen wie die Sanierung von Straßen, Radwegen, Brücken etc. sind ebenfalls erhebliche Mittel eingeplant.

Koopmann: Wirtschaftswege in erbärmlichem Zustand

Was die Sanierung von Wirtschaftswegen anbelangt, reicht das Geld nach Auffassung von Bramsches Ortsbürgermeister Martin Koopmann allerdings nicht. Er verwies darauf, dass die Wirtschaftswege in Bramsche „in einem erbärmlichen Zustand“ seien. In den letzten fünf Jahren seien insgesamt 800 Meter Wirtschaftswege im Ortsteil saniert worden. Gehe es in diesem Tempo so weiter, dauere es 750 Jahre, bis alles fertig sei. Der Ansatz von 162.000 Euro im Haushalt 2018 für die Wirtschaftswege in Lingen sei zu niedrig.

Oberbürgermeister Krone räumte ein, dass in den vergangenen Jahren in Bramsche zu wenig gemacht worden sei, erinnerte aber auch daran, dass das Straßennetz in Lingen insgesamt 176 Quadratkilometer umfasse. Entsprechend umfangreich seien die Aufgaben. Hinzukomme die Auslastung der bauausführenden Unternehmen. Eine Maßnahme für einen Radweg sei zurückgestellt worden, weil gar keine Angebote dazu eingegangen seien.

Die Einschätzung von Koopmann teilte der Ausschuss fraktionsübergreifend. Deshalb ist zu erwarten, dass sich der Ansatz für den Wirtschaftswegebau im Haushalt 2018 noch verändern wird.

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