Hüsken: Kein guter Abend Lingener Bürgernahe erschüttert über AfD-Bundesergebnis

Marc Riße von den Lingener Bürgernahen (hier bei einer Sitzung des Lingener Stadtrates) bezeichnet das AfD-Ergebnis als erschütternd.Foto: Wilfried RoggendorfMarc Riße von den Lingener Bürgernahen (hier bei einer Sitzung des Lingener Stadtrates) bezeichnet das AfD-Ergebnis als erschütternd.Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Die Mitglieder der Lingener Wählervereinigung eint die Erschütterung über das bundesweite Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl.

„Guten Abend“, grüßt Margitta Hüsken, Ratsdame der Lingener Wählervereinigung „Die Bürgernahen“ (BN), als sie deren Wahlparty in der Lingener Gaststätte Litfaß betritt. „Doch das ‚gut‘ lassen wir heute lieber einmal weg“, fügt sie schnell hinzu.

Trotz Prognosen mit weniger AfD-Stimmen gerechnet

Obwohl die lokale Wählervereinigung bei der Bundestagswahl nicht beteiligt ist, verfolgen deren Mitglieder doch gespannt den Ausgang. „Es ist bekannt, dass die BN aus unterschiedlichen Richtungen stammen“, erklärt ihr Sprecher Marc Riße. Dementsprechend unterschiedlich würde der Ausgang der Bundestagswahl diskutiert. Doch in einem seien sich alle Mitglieder der BN einig: „Wir sind erschüttert vom Ergebnis der AfD auf Bundesebene.“ Trotz der Prognosen hätte er persönlich mit weniger Stimmen für die AfD gerechnet, erklärt Riße.

Gespannt auf Jamaika-Koalition

Die Bürgernahen würden die Entscheidung der Sozialdemokraten begrüßen, die Rolle der stärksten Oppositionsfraktion im Deutschen Bundestag nicht der AfD zu überlassen. „Jetzt sind wir gespannt, wie eine Jamaika-Koalition die Geschicke in unserem Land steuern wird“, geht Riße von einem schwarz-gelb-grünen Regierungsbündnis aus. Daran, dass dieses lange halten wird, vermag er nicht so recht zu glauben. „Ich befürchte, in einem Jahr sitzen wir wieder hier und verfolgen Wahlergebnisse“, sagt der BN-Sprecher.

Hoffnung für die Landtagswahl

Hoffnung hegt Riße für die Landtagswahl am 15. Oktober: „Wenn man sich die Ergebnisse im Emsland und der Grafschaft anschaut, dann kriegt die AfD dann nicht halb so viele Stimmen wie bei der Bundestagswahl.“ Trotzdem seien die BN einhellig der Meinung, dass natürlich auch in Lingen „jede Stimme für die AfD eine Stimme zu viel ist“, so der Sprecher der Wählervereinigung. Bei der Landtagswahl sollten die Wähler so entscheiden, wie die BN-Mitglieder am Sonntag: „Schwarz, Rot, Gelb oder Grün wählen, aber nicht AfD oder gar NPD“, sagt Riße.


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