Kröger: Ein Desaster Entsetzen bei der Lingener SPD über Wahlausgang

Mit einer Mischung aus Entsetzen und Ungläubigkeit schauen Andreas Kröger, Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes Lingen, und seine Genossin Edeltraut Graeßner auf das Ergebnis der AfD. Foto: Wilfried RoggendorfMit einer Mischung aus Entsetzen und Ungläubigkeit schauen Andreas Kröger, Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes Lingen, und seine Genossin Edeltraut Graeßner auf das Ergebnis der AfD. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Bei den Lingener Sozialdemokraten herrscht Entsetzen über den Wahlausgang. Dies bezieht sich vor allem auf das bundesweite Ergebnis der AfD.

„AfD: 13,5 Prozent.“ Ein gequältes Stöhnen ist im Ratssitzungssaal des Lingener Rathauses zu hören, als die erste Prognose zur Bundestagswahl um 18 Uhr über die Leinwand flimmert. Rund 20 Lingener waren der Einladung der Stadt und der Lingener Sozialdemokraten gefolgt, um dort die Ergebnisse der Wahl zu verfolgen.

Krone: Dumme völkische Sprüche

Als kurz darauf AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland im Fernsehen verkündet, dass seine Partei im Bundestag Merkel vor sich herjagen und sich ihr Land und Volk wiederholen werde, weicht das Stöhnen nur noch blankem Entsetzen und Kopfschütteln. „Dumme völkische Sprüche“, entfährt es Lingens parteilosem Oberbürgermeister Dieter Krone.

Große Koalition klar abgewählt

Andreas Kröger, Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes Lingen, bezeichnet den Ausgang der Wahl als ein Desaster, das er so nicht erwartet hätte. „Das Ergebnis der AfD ist erschreckend“, sagt Kröger. Aber auch das schlechte Abschneiden seiner Sozialdemokraten gefällt Kröger natürlich nicht. „Wir haben bis zum Schluss hier vor Ort alles gegeben und dafür gekämpft, dass dies besser ausfällt“, betont Kröger.

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Aber die Bürger hätten mit den großen Verlusten von SPD und Union die Große Koalition klar abgewählt. „Daher ist es richtig, dass es keine neue Auflage der Großen Koalition geben wird“, erklärt Kröger. Zudem dürfe es nicht sein, dass die AfD Oppositionsführer im Deutschen Bundestag werde. Deshalb begrüße er den Schritt der Sozialdemokraten, diese Rolle übernehmen zu wollen.

Kröger: Ich gebe Hoffnung für Landtagswahl nicht auf

Direkte Auswirkungen auf die Landtagswahl in drei Wochen sieht Kröger nicht: „Ich glaube, dass die Zeichen im Bundesland Niedersachsen anders stehen“, sagt der Sozialdemokrat. „Wir haben die Chance, und diese Hoffnung gebe ich nicht auf, dass wir in Hannover auch künftig weiterhin gemeinsam mit den Grünen regieren können.


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