Grünen-Politiker unzufrieden Prüllage sieht große Hürden für Jamaika-Koalition

Reinhard Prüllage aus Nordhorn kandidierte bei der Bundestagswahl für Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Thomas PertzReinhard Prüllage aus Nordhorn kandidierte bei der Bundestagswahl für Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Thomas Pertz

Nordhorn. Reinhard Prüllage aus Nordhorn, Direktkandidat von Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis Mittelems, kann sich nach der Bundestagswahl nur schwer eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, Grünen und der FDP vorstellen.

„Dreh und Angelpunkt ist für mich der Klimaschutz“, sagte der 64-jährige unserer Redaktion und fügte hinzu: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass CDU und FDP dem Kohleausstieg bis 2030 und dem sofortigen Abschalten der schmutzigsten Kohlekraftwerke zustimmen und den unverzüglichen Ausstieg aus dem Braunkohletagebau befürworten werden.“ Er könne sich aber nur mit einer Jamaika-Koalition anfreunden, wenn klipp und klar in einem Koalitionsvertrag diese Punkte festgezurrt würden. „Das dürfte aber sehr schwer werden“, meinte der Nordhorner.

„Hätten konsequenter auf Umweltschutzthemen setzen müssen“

Bezogen auf das Ergebnis von Bündnis 90/Die Grünen zeigte sich Prüllage nicht zufrieden, auch wenn die Partei gegenüber 2013 - seinerzeit erhielten die Grünen 8,4 Prozent – jetzt mit rund 9 Prozent etwas zulegten. „Es wäre mein Wunsch gewesen, dass wir mit dem Ergebnis der AfD hätten tauschen und bei den kleineren Parteien vorne gelegen hätten.“ Die Grünen hätten viel konsequenter auf Umweltschutzthemen setzen müssen, meinte Prüllage.

Großes Unbehagen bereitete ihm, dass die AfD möglicherweise die Rolle als größte Oppositionspartei einnehmen könne, falls eine Große Koalition gebildet werde. „Viele Menschen sind mit der Arbeit der Bundesregierung unzufrieden und haben dann, ohne länger nachzudenken, aus Protest die AfD gewählt – trotz eines unmöglichen Wahlprogramms zum Beispiel in Bezug auf Homosexualität.“

Prüllages Parteifreund Michael Fuest (Lingen) zeigte sich mit dem Ergebnis der Grünen sowohl auf Bundesebene, als auch im Wahlkreis Mittelems zufrieden, „auch wenn wir auf ein zweistelliges Ergebnis gehofft hatten.“ Er dankte Prüllage für dessen Einsatz und hoffte, dass grüne Positionen in einer möglichen Jamaika-Koalition zum Tragen kommen.


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