Sozialausschuss vor Ort Reholand in Lingen versucht eine berufliche Perspektive zu geben

Von Thomas Pertz

Über die Beschäftigungs- und Qualifizierungsangebote des gemeinnützigen sozialen Wirtschaftsbetriebs Reholand informierte sich der Ausschuss für Familie, Soziales und Integration. Das Bild zeigt Fachbereichsleiter Frank Botterschulte (links) im Gespräch mit Reholand-Geschäftsführer Alfons Hennekes. Foto: Thomas PertzÜber die Beschäftigungs- und Qualifizierungsangebote des gemeinnützigen sozialen Wirtschaftsbetriebs Reholand informierte sich der Ausschuss für Familie, Soziales und Integration. Das Bild zeigt Fachbereichsleiter Frank Botterschulte (links) im Gespräch mit Reholand-Geschäftsführer Alfons Hennekes. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Eine Werkhalle des gemeinnützigen sozialen Wirtschaftsbetriebs Reholand ist Sitzungsort des Ausschusses für Familie, Soziales und Integration des Stadtrates Lingen gewesen. Auf dem Greiwehof in Darme wurden verschiedene Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte vorgestellt.

Zielgruppe sind Menschen mit besonderen sozialen Problemen oder anderen Hemmnissen, die eine Aufnahme in den Arbeitsmarkt erschweren. Wie Geschäftsführer Alfons Hennekes erläuterte, sind aktuell 190 Arbeitnehmer bei Reholand beschäftigt. Davon gehören 67 zum Stammpersonal. Die anderen verteilen sich auf unterschiedliche Qualifizierungsmaßnahmen, Betreuungsformen und Beschäftigungsprojekte, mit denen verschiedene Ziele verknüpft sind. Die Stabilisierung der Persönlichkeit gehört ebenso dazu wie eine Vorbereitung auf ein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis.

Schulverweigerer erst 14 Jahre alt

Was das im Einzelnen für einen Aufwand bedeutet, machten Hennekes und sein Kollege, Sozialpädagoge Stefan Käser, bei der Beschreibung ihrer Arbeit mit straffällig gewordenen jungen Menschen, Flüchtlingen und Schülern deutlich. Drei von ihnen sind gerade 14 Jahre alt und Schulverweigerer. „Unzuverlässig, arbeitsentwöhnt, fehlende Tagesstruktur“, fasste Hennekes Problemlagen zusammen.

Der soziale Wirtschaftsbetrieb bietet verschiedene Möglichkeiten an, eine davon ist die Jugendwerkstatt. Aber auch freizeitpädagogische Maßnahmen gehören dazu. Stefan Käser berichtete über eine Gruppe, die sich gemeinsam mit SKM-Mitarbeiter Georg Albers auf den Berlin-Marathon für Skater am kommenden Samstag vorbereitet. „Das stärkt das Selbstbewusstsein“, betonte der Sozialpädagoge.

Rückschläge bleiben nicht aus

Er und Hennekes verwiesen darauf, dass aufgrund der erheblichen persönlichen Defizite einzelner Teilnehmer Rückschläge nicht ausbleiben würden, aber auch Erfolge zu verzeichnen seien wie die Aufnahme eines festen Arbeitsverhältnisses oder der Beginn einer Ausbildung. Erforderlich sei ein langer Atem. „Wir sind dankbar, dass Sie diese Arbeit machen“, würdigte Jens Beeck diesen Einsatz.

Arbeitsplätze für ältere Frauen

Dass sich dieser über alle Altersgruppen erstreckt, machte Hennekes am Beispiel des Projekts „Weiterbeschäftigung älterer Arbeitnehmer“ deutlich. Konkret geht es dabei um vier Frauen um die 60, die im Sozialen Kaufhaus auf dem Greiwehof von Reholand in Darme beschäftigt sind. Eine „Win-win“-Situation für alle, betonte der Geschäftsführer. Die Beschäftigungsförderung sichere die Arbeitsplätze der vier Mitarbeiterinnen, der Verkauf gebrauchter Waren wie Textilien, Hausrat etc. unterstützte Menschen mit geringem Einkommen und die Aufarbeitung gebrachter Werkstoffe sei ein Beitrag zum Umweltschutz. Die Personalkosten belaufen sich auf 84.560 Euro. An Einnahmen stehen 50.700 Euro zu Buche, Eigenmittel von Reholand belaufen sich auf 22.700 Euro. Der Förderanteil der Stadt beträgt 11.050 Euro. Der Ausschuss empfahl einstimmig eine entsprechende städtische Förderung.

Das galt ebenso für das Projekt „Straffälligenhilfe“. Hier soll durch Qualifizierungsmaßnamen eine Perspektive für ein späteres sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis geschaffen werden. Den Ausgaben in Höhe von 64.000 Euro stehen Einnahmen und Eigenmittel in Höhe von 65.500 Euro gegenüber. Der städtische Anteil umfasst 7500 Euro. Auch hier votierte der Ausschuss einstimmig für eine entsprechende Förderung.

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