Kosten stehen noch nicht fest Das Emslandmuseum in Lingen wird erweitert

Lingens Stadtbaurat Lothar Schreinemacher (stehend) erläuterte den Mitgliedern des Kreisausschusses für Kultur und Tourismus die Erweiterungspläne für das Emslandmuseum. Foto: Wilfried RoggendorfLingens Stadtbaurat Lothar Schreinemacher (stehend) erläuterte den Mitgliedern des Kreisausschusses für Kultur und Tourismus die Erweiterungspläne für das Emslandmuseum. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Das Emslandmuseum in Lingen soll erweitert werden. Die Kosten für die Maßnahme stehen jedoch noch nicht fest.

Die Notwendigkeit der baulichen Veränderungen zeigte Erster Kreisrat Martin Gerenkamp jetzt im Kreisausschuss für Kultur und Tourismus auf. „Menschen mit Rollator quälen sich die Eingangsstufen hinauf“, bemängelte er die fehlende Barrierefreiheit in dem 1925 von dem Lingener Baumeister Hans Lühn errichteten Gebäude in der Burgstraße. Außerdem seien die Räume nicht besonders für die museumspädagogischen Angebote geeignet und die Sanitäranlagen renovierungsbedürftig. Gerenkamp betonte, dass in dem Museum nicht nur Lingener Stadtgeschichte, sondern die des gesamten südlichen Emslandes betrachtet werde. Nach der Vereinssatzung des Emslandmuseums Lingen seien die Investitionskosten je zur Hälfte von der Stadt und dem Landkreis zu tragen. Bauherr ist die Stadt Lingen als Eigentümerin des Gebäudes.

300 Quadratmeter großer Anbau

Lingens Stadtbaurat Lothar Schreinemacher erläuterte den Stand der Planungen. Demnach soll ein zweigeschossiger, rund 300 Quadratmeter großer, Anbau mit einer nach drei Seiten geöffneten gläsernen Fassade mit zwei Eingängen entstehen. Es handele sich um einen Entwurf des Büros Reinders Architekten aus Osnabrück, der aus einem Wettbewerb als Sieger hervorgegangen ist und sich in den städtischen Organismus einfüge. Der Planungs- und Bauausschuss sowie der Kulturausschuss der Stadt Lingen haben einstimmig beschlossen, dass dieser Entwurf weiter bearbeitet werden soll.

Vorläufiges Baubudget von 500.000 Euro

Derzeit gebe es ein vorläufiges Baubudget von 500.000 Euro, erklärte Schreinemacher. Doch der Entwurf sei keine fertige Planung, bei der die Kosten komplett durchgerechnet wären. „Wieviel noch draufgelegt werden muss, wissen wir nicht“, sagte der Stadtbaurat. Ziel sei es, bis Ende 2017 die genauen Kosten zu kennen. „Wir machen eine Kostenschätzung und eine Baugrunduntersuchung. Dann gibt es ein Budget, das einzuhalten ist“, betonte Schreinemacher. Wenn mit dem Bau begonnen würde, bevor alle technischen Fragen geklärt seien, sei man schnell bei „Stuttgart 21“ oder dem „BER“.

Baumaßnahme überfällig

CDU-Kreistagsabgeordneter Manfred Schonhoff begrüßte die Pläne: „Das Gebäude war schon beim Bezug 1992 als Übergangslösung gedacht“, erklärte er. Die Baumaßnahme sei überfällig und der Entwurf „gefällig und funktional“. Allerdings bezeichnete Schonhoff den Kostenrahmen von 500.000 Euro als unrealistisch. Sein Fraktionskollege Christian Fühner äußerte den Wunsch, möglichst schon 2018 mit der Baumaßnahme zu beginnen. Dafür sprach sich auch Edeltraut Graeßner (SPD) aus. „Wir reden da schon 25 Jahre drüber“, erklärte sie. „Wenn es geht, werden wir so schnell wie möglich anfangen“, versicherte Erster Kreisrat Gerenkamp. Kreistagsabgeordnete Birgit Kemmer (Grüne) verwies darauf, dass durch die Sanierung und Erweiterung des Emslandmuseums auch eine Aufwertung der Lingener Burgstraße erfolge. „Das ergibt Synergieeffekte“, meinte Kemmer.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN