Rede der Bundeskanzlerin 4500 Bürger bereiten Merkel in Lingen einen freundlichen Empfang

Von Thomas Pertz


Lingen. Rund 4500 Menschen haben am Mittwochnachmittag in Lingen Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Wahlkundgebung der CDU auf dem Marktplatz einen freundlichen Empfang bereitet.

Diese Zahl nannte die Polizei am Abend. Es gab keine Zwischenfälle. In den letzten Tagen und Wochen war es häufiger vorgekommen, dass es bei Auftritten von Merkel auf den Marktplätzen der Republik laut wurde: Immer wieder kam es zu Protesten, Tomaten flogen. Stürmisch war es in Lingen zwar auch, aber das war stellenweise nur der Wind.

Die Kanzlerin hatte nicht nur trockenes Wetter, sondern auch ihren trockenen Humor mitgebracht, als sie ans Rednerpult trat. „Hoffentlich sehen Sie mich noch hinter gleich vier Mikrofonen.“

Für eine „Politik nah am Menschen“ warb die Regierungschefin in ihrer Rede. Bei der Bundestagswahl gehe es nicht um die Parteien. „Im Kern geht es um Sie, die entscheiden, wie es in Ihrem Leben weitergeht.“ In einer sich ständig verändernden Welt mit einer Vielzahl von Krisenherden gelte es, weiterhin auf eine verlässliche Politik zu setzen. „Wir können uns keine Experimente leisten“, griff die Kanzlerin gar einen Slogan von Konrad Adenauer aus dem Bundestagswahlkampf 1957 auf.

Lob für die Emsländer

Dabei vergaß die erfahrene Wahlkämpferin natürlich nicht, auch die CDU-Kandidaten bei der Bundes- und Landtagswahl, Albert Stegemann und Mathias Middelberg sowie Bernd Althusmann und Christian Fühner, namentlich zu erwähnen. Für die Emsländer hatte sie noch ein Extra-Kompliment parat. Diese gehörten einem Menschenschlag an mit klaren Ansagen, seien ruhig und bodenständig.

Alle Politikfelder gestreift

In ihrer Rede streifte die Regierungschefin alle Politikfelder, auf die es aus ihrer Sicht in den nächsten Jahren besonders ankomme. „Dabei wollen wir keine neuen Schulden aufnehmen und für niemanden Steuern erhöhen“, betonte Merkel. Im Gegenteil: Kleinere und mittlere Einkommen würden entlastet und Familien mit Kindern stärker unterstützt. Als „Helden der Gesellschaft“ bezeichnete sie alle, die in der Pflege arbeiten würden oder dies als familiäre Aufgabe schultern würden.

Dank an Ehrenamtliche

Sie dankte allen, die sich in der Gesellschaft ehrenamtlich engagieren würden, auch den vielen, die haupt- und ehrenamtlich für die Betreuung von Flüchtlingen unterwegs seien. Deutschland sei ein einiges Land, das gleichwohl auf seine regionalen Unterschiede und Traditionen stolz sein dürfe.

Vor ihrem Auftritt auf dem Marktplatz hatte sich die Kanzlerin im Alten Rathaus ins Goldene Buch der Stadt Lingen eingetragen und anschließend noch ein paar kurze Worte mit Oberbürgermeister Dieter Krone gewechselt. „Dann wünsche ich Lingen alles Gute“, sagte sie.

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