Verfahren bis Oktober ausgesetzt Drängte Lkw-Fahrer in Lingen ein Auto absichtlich ab?

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Hat ein Lkw-Fahrer in Lingen ein Auto absichtlich abgedrängt? Um dies zu klären, sollen nun Zeugen vor das Amtsgericht Lingen geladen werden. Symbolfoto: dpaHat ein Lkw-Fahrer in Lingen ein Auto absichtlich abgedrängt? Um dies zu klären, sollen nun Zeugen vor das Amtsgericht Lingen geladen werden. Symbolfoto: dpa

Lingen.  Ein Lkw-Fahrer soll im Mai 2017 in Lingen absichtlich einen Verkehrsunfall verursacht haben. Das Strafverfahren gegen den 43-jährigen Mann, der wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr vor dem Amtsgericht Lingen angeklagt ist, wird aus Terminschwierigkeiten nicht innerhalb der Dreiwochenfrist fortgesetzt, sondern ausgesetzt. Zum Neubeginn der Hauptverhandlung im Oktober sollen Zeugen gehört werden.

Dem 43-Jährigen wird laut Anklageschrift Folgendes vorgeworfen: An einem Maimorgen dieses Jahres befuhr er mit einem Sattelschlepper mit Auflieger gegen 5.30 Uhr die Frerener Straße in Lingen. Weil er sich über das Verhalten eines anderen Verkehrsteilnehmers geärgert habe, soll er dessen Auto mit seinem Lkw vor einer Verkehrsinsel ausscherend links auf der Gegenfahrbahn überholt und ihn danach seitlich von der Straße in die Büsche und an einen Metallrahmen gedrängt haben. Der Schadent am Pkw beläuft sich auf rund 16.000 Euro. Dem Berufskraftfahrer wurde der Führerschein zunächst vorläufig entzogen.

Direkt vor Lkw gezogen?

Laut der Schilderung des Angeklagten vor Gericht habe er an einer roten Ampel halten müssen, auf der Linksabbiegerspur neben ihm habe der Auto-Fahrer mit seinem Wagen gestanden. Als die Ampel auf Grün umgesprungen sei, habe der Pkw-Fahrer plötzlich Vollgas gegeben und seinen Wagen von der Linksabbiegerspur aus direkt vor den Lkw gezogen. „Ich habe mich erschrocken und zweimal die Lichthupe betätigt“, sagte der Angeklagte.

Zwanzig Jahre unfallfrei

Urplötzlich sei das Auto vor ihm dann langsam geworden, so dass er den Eindruck gehabt habe, mit seiner schweren Sattelzugmaschine nicht mehr rechtzeitig bremsen zu können, so der 43-Jährige. Daher sei er nach links ausgeschert. Als er wieder auf die rechte Fahrbahn wechseln wollte, habe er den Pkw im Rückspiegel nicht mehr gesehen. „Dann habe ich ihn wohl von der Straße gedrängt. Ich hätte anhalten müssen, es tut mir unendlich leid“, verwies der Berufskraftfahrer darauf, dass er bis dato seit rund 20 Jahren stets unfallfrei für seinen Arbeitgeber gefahren sei.

Arbeitslosigkeit droht

„Das ist kein Geständnis. Nach Aktenlage und Aussagen von Zeugen stellt sich das Geschehen anders da“, waren sich Vorsitzender Richter und die Staatsanwaltschaft einig, dass zur Klärung des Sachverhalts auf die Ladung von Zeugen nicht verzichtet werden könne. Der Anwalt des Angeklagten hingegen verwies darauf, dass sein Mandant  sich das erste Mal vor Gericht verantworten müsse und sehr aufgeregt sei. „Als Nichtjurist hat er seine subjektive Wahrnehmung geschildert, vor Gericht geht es um die objektive“, warb der Verteidiger um Verständnis auch vor dem Hintergrund von Existenzängsten. Sein Mandant sei von Berufs wegen auf einen Führerschein angewiesen, sonst drohe ihm die Arbeitslosigkeit.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN