Tag der Wiederbelebung 2017 Leben retten: Großes Interesse am Aktionstag in Lingen

Von Johannes Franke

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Das Deutsche Rote Kreuz mit ihren Rettungswagen stand vor dem Bonifatius-Hospital und weckte das Interesse kleiner und großer Besucher. Foto: Johannes FrankeDas Deutsche Rote Kreuz mit ihren Rettungswagen stand vor dem Bonifatius-Hospital und weckte das Interesse kleiner und großer Besucher. Foto: Johannes Franke

Lingen. Vom Säugling bis zum Greis kann es jeden treffen. Herz- oder Atemstillstand. Beim Aktionstag „Ein Leben retten. 100 Prozent Reanimation“ anlässlich des Tags der Wiederbelebung erklärten Ärzte und Fachkräfte erklärten, worauf es bei der Erstversorgung ankommt.

Eingeladen hatten das Bonifatius-Hospital Lingen, das Deutsche Roten Kreuz und die Rettungsleitstelle Emsland/Grafschaft Bentheim.

112 wählen

Bei der Einsatzleitstelle der Rettungsstellen (112) in Nordhorn oder Meppen geht ein Notruf ein. Herz-Kreislauf-Stillstand, Wiederbelebungsmaßnahmen müssen sofort eingeleitet werden. Parallel zum Rettungswagen und Notarzt werden in der Nähe befindliche mobile Retter über GPS-Abfrage geortet und über ein Smartphone-basiertes Alarmierungssystem informiert. „Es sind interessierte Mitarbeiter mit medizinischem Hintergrund, die bei uns registriert sind. Sie wurden geschultund über ihre Handy-App alarmiert“, erklärte Dr. Wolfgang Hagemann, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Landkreis Emsland/Grafschaft Bentheim. Oft sind die mobilen Retter schneller beim Patienten als der Rettungswagen und können mit der Reanimation beginnen. In den vergangenen neun Monaten hat es 30 Einsätze dieser Art gegeben, um Menschenleben zu retten.

In Deutschland erleiden jährlich etwa 75.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Lediglich 5000 davon können erfolgreich reanimiert werden, heißt es in den Erstinformationen der Landkreis Emsland und Grafschaft Bentheim. Von einem auf den anderen Moment kann sich das Leben um 180 Grad drehen. Herzstillstand des Ehepartners. Was muss jetzt getan werden? Dr. Carsten Börner, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme, nahm mit seinem Vortrag den Besuchern mögliche Ängste und erläuterte die einzelnen Schritte der Reanimation. „Sie ist einfacher als viele glauben und erhöht die Überlebenschancen der Betroffenen um ein Vielfaches.“

„Angst nehmen“

Worauf es bei Wiederbelebung mit und ohne Defibrillator und der Herz-Druck-Massage ankommt, wurde nicht nur im Vortrag verdeutlicht. Nach der Devise „Drücke hart und schnell“ übten Interessierte, unter ihnen viele Kinder und Jugendliche, unter professioneller Anleitung an den Reanimations-Dummys. Dr. Lukas Langenbrink referierte über den plötzlichen Herztod und die einzuleitende Wiederbelebung. Besonders ging der Arzt dabei auf die häufigsten Herzerkrankungen wie Herzschwäche und Herzinfarkt ein und zeigte therapeutische Maßnahmen auf, damit jeder, sowohl die Laien als auch die Ärzte dieses Krankheitsbild eindämmen können. Reanimationsfibeln enthalten Kurzanleitungen zur Durchführung einer Herz-Lungen-Wiederbelebung am Säugling, Kind und Erwachsenen. Herzstillstände bei Säuglingen und Kindern seien eher selten, häufiger hingegen seien Erstickungs- oder Ertränkungsfälle, erläuterte Susanne Thönnißen, Oberärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Wichtig war allen Beteiligten, Ängste zu nehmen, Reanimationsmaßnahmen, die nicht immer zwingend eine Mund-zu-Mund-Beatmung sein muss, zu erklären und zu veranschaulichen.

„Durch regelmäßige Aktionen wie der „Tag der Wiederbelebung“ können wir dazu beitragen, die Wiederbelebungsquote in Deutschland zu erhöhen“, unterstrich Hagemann.

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