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03.09.2017, 18:41 Uhr BERÜHRENDES KONZERT IN LINGEN

Letzte Lieder und Geschichten: Das Leben zählt

Ein Kommentar von Thomas Pertz


Christoph Maria Herbst. Foto: Sebastian von MelleChristoph Maria Herbst. Foto: Sebastian von Melle

Lingen. Den beiden Hospizvereinen aus Meppen und Lingen und der Stadtpastoral Lingen ist zu gratulieren für ihren Mut, ein Thema, um das jeder gerne einen Bogen macht, in den Mittelpunkt eines abendfüllenden Programms zu stellen. Ein Kommentar.

Was für ein unvergesslicher Abend, der keinen Schmerz ausließ, aber auch keine Hoffnung zerstörte. Die „letzten Lieder und Geschichten am Lebensende“ in der Lingener Bonifatius-Kirche waren eine Mut machende Aufforderung an jeden einzelnen der zahlreichen Besucher, den Tod nicht von sich Besitz ergreifen zu lassen, sondern das Leben selbst zu gestalten, bis zum letzten Atemzug.

Dabei schonten Autor Stefan Weiller und die künstlerischen Teilnehmer dieses ungewöhnlichen Kulturprojektes niemanden im großen Gotteshaus. Dass der Krebs manchmal bröckchenweise ausgespuckt werden muss, dass ein kleiner Junge die Fülle des Lebens in nur eine Handvoll Jahre gießen darf – dies war beim Zuhören kaum zu ertragen.

Die aber immer wieder auch heiteren, anrührenden Geschichten, vermischt mit den Lieblingsliedern der Verstorbenen, die so unterschiedlich waren wie ihre Biografien selbst, prägten am Ende den Gesamteindruck einer außergewöhnlichen Veranstaltung des Lebens.

Den beiden Hospizvereinen aus Meppen und Lingen und der Stadtpastoral Lingen ist deshalb zu gratulieren für ihren Mut, ein Thema, um das jeder gerne einen Bogen macht, in den Mittelpunkt eines abendfüllenden Programms zu stellen. Ihnen ist es auch gelungen, durch die Erzählungen Hospize als das darzustellen, was sie sind: keine Orte des Sterbens, sondern des Lebens.


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