Blicke auf die äußere und innere Welt Vielfältige Kunst von Anke Strube bei „Wohnart“ in Lingen

Von Margrit Lehmkuhl-Wiese



Lingen. Malereien und Collagen, filigrane Skulpturen und ausdrucksstarke Holzarbeiten, auch in Kombination mit Metall, von der Lingener Künstlerin Anke Strube sind bei „Wohnart“ in der Burgstraße in Lingen zu sehen. Malereien und Collagen, filigrane Skulpturen und ausdrucksstarke Holzarbeiten, auch in Kombination mit Metall, von der Lingener Künstlerin Anke Strube sind bei „Wohnart“ in der Burgstraße in Lingen zu sehen.

Menschen schauen dich an, blicken portraitiert aus Rahmen oder als Skulpturen auf die Betrachter, schließen manchmal die Augen oder schauen aus dem Bild. In den Räumen von „Wohnart“ in der Burgstraße in Lingen, eingeladen von Geschäftsinhaberin Katharina Hüllsiek und der Künstlerin Anke Strube, blicken die zahlreich erschienenen Besucher der Ausstellungseröffnung interessiert zurück und machen sich ein eigenes Bild von der Welt hinter der Abbildung. Ein zentrales Anliegen der Künstlerin. „Ich bin neugierig auf die Resonanz, auch wenn es natürlich aufregend ist, die eigenen Werke zu zeigen“ sagt sie.

Familiäre Atmosphäre

In familiärer Atmosphäre ohne offizielle Eröffnungsreden freuen sich die beiden Einladenden über persönliche Reaktionen der Betrachter und deren entdeckendes Flanieren durch Räumlichkeiten und Garten. In der Remise im Garten verspricht eine Art Fenster im Rahmen vielleicht tiefe Einblicke in die Realität und eine Arbeit von gesprengten Stacheldraht auf Leinen mit dem Monogramm der Großmutter eine empfindsame Begegnung mit Realität. Eine serielle Arbeit auf Stein mit Anmutung von Graffiti sind mit Portraits und Worten von Albert Einstein, Mahatma Gandhi und Maria Callas versehen und lassen an Straßenkunst denken.

„Immer Neues entdecken“

Der bleibende Eindruck der Ausstellung ist die Vielfalt künstlerischer Äußerungen, Materialien und Ausdrucksformen sowie das Spiel der künstlerischen Autodidaktin Anke Strube mit der Auflösung der Grenzen an den Rändern der physischen Welt. „Ich gehe diesen Weg, auch wenn schon andere Künstler ihn betreten haben“ sagt sie, „es ist immer Neues zu entdecken, wenn man es durch die eigenen Augen betrachtet.“

Sie erläutert ebenfalls zu ihrer Kunst, dass sie auch an politischen Aussagen arbeite wie Frauendarstellungen der großen Weltreligionen, die visuelle Darstellung von Flucht und Zuflucht, die Zerstörung von Stereotypen in Frauendarstellungen beispielsweise durch Übermalung. „Ich lasse mich natürlich inspirieren von Bildern anderer Künstler. Wichtig ist mir allerdings, welches Potenzial in meiner Wahrnehmung von Menschen und Dingen steckt. Und welche Kraft in Bildern und Skulpturen ruhen kann.“

Denkprozesse vermitteln

Denkprozesse mit visuellen Mitteln möchte die Künstlerin vermitteln. „Wir schauen durch Kunst nach draußen und gleichzeitig nach innen auf uns selbst.“

Begleitet wurde der inspirierende Nachmittag mit vielen Gesprächen und die musikalische Begleitung von Pete Budden, Geert Meyer, Heinz Eschert, Peter Löning und Anke Strubes Tochter Clara.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 28. Februar während der Öffnungszeiten.


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