Namhafte Künstler „Letzter Lieder“ in Lingener Kirche zeigen neue Facetten auf

Von Jessica Lehbrink

„Und die Welt steht still - Letzte Lieder und Geschichten am Lebensende“ ist eine Veranstaltung der Hospizvereine Meppen und Lingen sowie dem Stadtpastoral Lingen. Dabei soll auf besondere Weise dem Thema Tod begegnet werden. Foto: Marc Bartolo/Ralf Kopp„Und die Welt steht still - Letzte Lieder und Geschichten am Lebensende“ ist eine Veranstaltung der Hospizvereine Meppen und Lingen sowie dem Stadtpastoral Lingen. Dabei soll auf besondere Weise dem Thema Tod begegnet werden. Foto: Marc Bartolo/Ralf Kopp

Lingen. Aus Geschichten und bedeutenden Liedern des Lebens entsteht am 2. September die Veranstaltung „Und die Welt steht still – Letzte Lieder und Geschichten“ in der Kirche St. Bonifatius in Lingen. Damit wollen der Lingener und Meppener Hospizverein Menschen die Möglichkeit geben, dem Thema Tod auf eine andere Weise zu begegnen.

„Die Veranstaltung ist etwas ganz Besonderes – nicht nur für uns, sondern auch für die Region“, meint die Leiterin der Meppener Hospizhilfe Carmen Breuckmann-Giertz. Dem Tod eine neue Facette zu geben und stattdessen das vorhergegangene Leben zu zelebrieren, soll das Ziel dieses Projektes sein, an dem zahlreiche Musiker und Künstler mitwirken. Sei es die Musikschule Emsland, der Bonifatius-Chor oder Größen wie Schauspieler und Kabarettist Christoph Maria Herbst sowie Helmut Krauss, bekannt als Peter Lustigs Nachbar in der Serie Löwenzahn und als deutsche Stimme von Marlon Brando: Es soll vor allem ein vielfältiger Abend sein, der durch rund 100 Beteiligte bei den Besuchern nachklingen soll.

Ein Erbe zurücklassen

Erstmals gezeigt wurde das vom Künstler Stefan Weiller initiierte Projekt in Frankfurt im Jahr 2013. Dabei werden Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleitet und zu Geschichten und Liedern ihrer Lebens interviewt. Dieses Vermächtnis wird dann durch Musiker und andere Künstler im Rahmen der Veranstaltung an die Öffentlichkeit getragen. „Am Ende spiegelt es eine Vielfalt, die uns die Sterbenden immer wieder lehren“, sagt Breuckmann-Giertz. Es sei sogar vorgekommen, dass dem Tode nahstehende Menschen nach ihrem Interview sehr selig verstorben seien, als wären sie erleichtert, ihre Geschichte geteilt zu haben. Es sei so, als hätten sie ein Erbe zurückgelassen.

Sich dem Thema behutsam nähern

Wiegt der Tod als solches und die Begleitung des Sterbeprozesses auch schwer, soll die Veranstaltung „Letzte Lieder“ vor allem dazu dienen, der Befangenheit gegenüber dieser Thematik entgegenzuwirken. „Viele öffnen sich dem Thema nicht, wenn sie nicht damit konfrontiert sind. Der große Wert dieser Veranstaltung liegt also auch darin, dass Menschen aus unserer Gesellschaft sich dem Ganzen behutsam nähern können“, findet die Leiterin der Meppener Hospizhilfe.

Kein klassisches Konzert

Über zwei Stunden werden nicht nur geistliche Lieder, sondern auch Musik aus dem Bereich Pop und Rock zum Besten gegeben. „Es wird etwas anderes sein, als ein klassisches Konzert, zumal durch die Veranstaltung auch die Hospizarbeit im Emsland gestärkt werden soll“, erklärt Holger Berentzen, Dekanatsreferent für das südliche Emsland. Es soll eine Erinnerung an das sein, was Hospizarbeit eigentlich meint. Zudem ist es wichtig, dass Menschen gehört werden und auch die ehrenamtliche Begleitung deutlich gemacht wird, ergänzt die Vorsitzende des Lingener Hospizverein Birgit Stoßberg.

Da sich die Hospizvereine zu einem großen Teil aus Spenden finanzieren, soll die Veranstaltung auch dazu beitragen neue Förderer zu gewinnen. Der Eintritt am 2. September ist jedoch kostenfrei. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Lingener Kirche St. Bonifatius.