15 Wohneinheiten CDU kritisiert Plan für Mehrfamilienhaus an Lingener Kiesbergstraße


Lingen. Eine längere Diskussion im Planungs- und Bauausschuss hat ein Bauvorhaben an der Kiesbergstraße 31 in Lingen ausgelöst. Auf dem Gelände des früheren Parkplatzes der Gärtnerei Dust entsteht ein Mehrfamilienhaus mit 15 Wohnungen.

Wie Baudezernent Lothar Schreinemacher in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses erläuterte, ist ein lang gestreckter Baukörper entlang der Kiesbergstraße mit insgesamt 15 Wohnungen im Erdgeschoss, Ober- und Dachgeschoss vorgesehen. Die geplante Baumaßnahme entspreche dem geltenden Bebauungsplan dort und sei genehmigungsfähig.

CDU „nicht sehr glücklich“

Für die CDU-Fraktion erwiderte Uwe Hilling, dass die CDU „nicht sehr glücklich“ sei mit der Planung. Der Fraktionsvorsitzende bezog dies insbesondere auf die Länge des Gebäudes. „Wir hätten uns da durchaus eine Teilung gewünscht“, sagte der Fraktionsvorsitzende. Ähnlich äußerte sich sein Kollege Jürgen Herbrüggen. Es sei schwer vorstellbar, dass das Bauvorhaben „die Nachbarschaft bereichert“. Stadtbaurat Schreinemacher verwies darauf, dass die Alternative zur Bebauung dieses Grundstücks eine Bebauung im Außenbereich wäre. „Bevor ich aber nach außen gehe, ist es richtig, nach innen zu entwickeln“, sagte der Baudezernent.

„Wo dann?“

Verwundert über die Kritik aus der CDU zeigte sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Jens Beeck. „Es entsteht dort genau das, was wir wollen“, sagte Beeck zu dieser Bebauung von freien Grundstücken in bestehenden Wohnlagen der Stadt. Wenn dann aber konkret geplant werde nach den Maßstäben des bestehenden Bebauungsplans, sei es der CDU zu massiv. „Wenn wir an innerörtlichen Erschließungsstraßen nicht bauen dürfen – wo dann noch?“, fragte der Liberale.

Bürgernahe befürchtet teurere Wohnungen

Zwei weitere Mehrfamilienhäuser sollen in der Straße Am Neuen Friedhof 10 bis 12 entstehen. Dort befindet sich ein älteres Mietshaus aus den 1950er Jahren, das nach Angaben von Schreinemacher abgerissen werden soll. Das Vorhaben des Eigentümers und Privatinvestors sei genehmigungsfähig.

Für die Bürgernahen kritisierte Margitta Hüsken, dass mit dem Abriss des Gebäudes und anschließendem Neubau möglicherweise auch kostengünstige Mietwohnungen durch teurere ersetzt würden. Schreinemacher antwortete, dass die Stadt bezahlbaren Wohnraum nicht einfordern könne. Für die SPD-Fraktion verwies Stefan Wittler auf die ohnehin schon schwierige Parksituation in diesem Wohnviertel. Durch solche Neubauprojekte würde diese noch verschärft. Pro Wohnung seien 1,5 Stellplätze auf dem Grundstück vorgeschrieben, erwiderte Schreinemacher.

Ergotherapiepraxis im Huesmann-Gebäude

Veränderungen bahnen sich auch in der Kivelingstraße beim derzeit leer stehenden ehemaligen Herrenhaus Huesmann neben dem Naturkostladen Kornblume an. Dort wird nach Angaben des Stadtbaurates eine Ergotherapiepraxis entstehen. Es sei wichtig, dass der vorhandene Leerstand dort beendet werde, sagte Schreinemacher.

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