Architektenwettbewerb Zwei Millionen Euro sollen für den Lingener Bahnhof reichen

Einen Eindruck von den bevorstehenden Sanierungsarbeiten im Bahnhofsgebäude verschafften sich die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses und des Betriebsausschusses Zentrale Gebäudewirtschaft. Foto: Thomas PertzEinen Eindruck von den bevorstehenden Sanierungsarbeiten im Bahnhofsgebäude verschafften sich die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses und des Betriebsausschusses Zentrale Gebäudewirtschaft. Foto: Thomas Pertz

 Lingen. Einstimmig haben die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses und des Betriebsausschusses Zentrale Gebäudewirtschaft die Auslobungsbedingungen zum Architektenwettbewerb für die Sanierung und Umgestaltung des Bahnhofes auf den Weg gebracht.

Die Stadt Lingen hatte das unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsgebäude inklusive Grundstück in einer Größe von 675 Quadratmetern im November letzten Jahres von der DB Netz AG gekauft. 15 Architektenbüros können an dem Wettbewerb teilnehmen, davon wurden sieben gesetzt und acht werden zugelost.

Wie Stadtbaurat Lothar Schreinemacher in der gemeinsamen Sitzung der beiden Ausschüsse mitteilte, hatten sich bis Mitte der Woche 99 Büros gemeldet, darunter auch einige aus Lingen. „Es geht darum, ein geeignetes Büro zu finden, das mit kreativen Ideen den Bahnhof zukunftsfähig machen soll“, sagte Schreinemacher.

Vom Keller bis zum Dachboden

Die Herausforderung, die damit verbunden ist, hatten die Ausschussmitglieder vor der Sitzung konkret in Augenschein genommen - vom Keller bis zum Dachboden. Auch der Bahnhofsvorplatz war ein Thema, die veränderten Laufwege nach Fertigstellung der Unterführung und die Sichtachse von einem bestimmten Punkt am Bahnhof aus durch die Marienstraße bis zum Alten Rathaus. Die Barrierefreiheit steht den Worten von Schreinemacher zufolge bei allen Planungen ebenfalls im Fokus. 

Die Verwaltung hat für die nun anstehenden Entwürfe der Architektenbüros eine Kostengrenze von zwei Millionen Euro brutto festgelegt. Abzüglich der Mehrwertsteuer verbleiben demnach etwa 1,8 Millionen Euro für die Sanierung und Umgestaltung der insgesamt 900 Quadratmeter großen Nutzfläche.

In der Sitzung äußerte BN-Fraktionsvorsitzender Robert Koop Zweifel daran, ob diese Summe ausreichen werde. Es sei aber ein wichtiges Projekt für die Stadt, machte Koop gleichzeitig deutlich. Schreinemacher verwies darauf, dass die Stadt von einem erheblichen Zuschuss durch die Landesnahverkehrsgesellschaft in einer Größenordnung von rund 600000 Euro ausgehe. Die festgelegte Kostenobergrenze wolle die Verwaltung auch als Signal verstehen, dass es keine Maßnahme sei, deren Kosten „exorbitant nach oben“ ansteigen sollen.

In den Unterlagen formuliert die Verwaltung „eine Belebung des Bauwerks und seiner unmittelbaren Umgebung“ als Ziel der Aufgabenstellung des Architektenwettbewerbs. Der Bahnhof solle keineswegs als „Schlusspunkt“ der Innenstadt fungieren, sondern nicht nur in bahntechnischer, sondern auch in städtebaulicher Hinsicht für „Verbindungen“ sorgen.

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