Kunstwerke in Schaufenstern 51 Künstler präsentieren Arbeiten in Lingener Geschäften

Von Margrit Lehmkuhl-Wiese

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Lingen. Sie sind wieder da, die Lingener Kunstwege. Auch in diesem Jahr zeigen regionale Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten in den Schaufenstern Lingener Unternehmer und sorgen für überraschte Blicke vorbeieilender Passanten. Vielleicht sogar für einen Zwischenstopp und einen zweiten Blick.

Drei Wochen lang ist in dieser Form die künstlerische Auseinandersetzung mit Stimmungen, Weltsichten, Spiritualität, unterschiedlichen Materialien von der Skulptur, Objekten, Fotografie, Collagen, Malerei bis zur Bleistiftzeichnung nahezu 24 Stunden am Tag zu sehen. Die Idee, Ausstellungen aus dem institutionellen Rahmen hinaus in die Stadt zu bringen, gibt es in Lingen seit 1991. Auf diesen historischen Kontext und die lange Tradition wies Georg Aehling, stellvertretender Vorsitzender des Kunstvereins, bei der Eröffnung der Kunstwege hin.

Kunst kommt zum Menschen

Auch Heinz Tellmann, Erster Bürgermeister der Stadt Lingen betonte die Erfahrungen der Kunstwege in den letzten Jahren: „Kunst lehrt uns zu sehen. Durch die Kunstwege kommen die Menschen nicht zur Kunst, sondern die Kunst kommt zum Menschen.“ Er dankte den Ladeninhabern, die ihre Schaufenster zur Verfügung gestellt haben aber ganz besonders den Künstlerinnen und Künstlern, ohne die es die Kunstwege ja nicht geben könne.

Als Lingener Geschäftsmann aber auch im Namen der Lingener Wirtschaft und Tourismus (LWT) deren Erster Vorsitzender er ist, bedankte sich Martin Grabein beim Kunstverein als bewährter Organisator für das Format Kunstwege. „Wenn heimische Kunstschaffende ihre Werke so ausstellen, wird auch das Interesse für die Schaufenster geweckt. So profitieren wir alle.“

Dialog von Kunst und Ware

In ihren einführenden Worten wies Meike Behm, Direktorin der Kunsthalle Lingen darauf hin, dass der besondere, sinnlich erlebbare Dialog von Kunstwerken mit ideellem Wert und die Gegenstände von wirtschaftlichen Wert dazu führt, sich mit Kunst auseinanderzusetzen und seine Meinung mit anderen offen zu diskutieren. Kunst entstehe nach ästhetisch formulierten Gesichtspunkten, die Warenwelt nach funktionalen, auch wenn die Gestaltung dort eine große Rolle spiele. „Kunst formuliert Metaphern und fungiert immer als Sinnbild für Phänomene und Aspekte, die außerhalb ihrer selbst liegen.“

Bis 27. August zu sehen

Dies wurde, nachdem der Himmel pünktlich seine Schleusen geschlossen hatte, beim Schaufenstergang überprüft. Und augenscheinlich ist zu sehen, dass Kunst mehr ist als dekoratives Beiwerk. Sie spiegelt gesellschaftliche Entwicklungen, bietet Reibungsfläche zur Auseinandersetzung mit Realität und weist über den Alltag hinaus. Heile Welt ist etwas Schönes, Zweifel und Nachdenken bringt uns voran. Deshalb sind Kunstwege keine Irrwege, sondern Sinnwege und Lebenselixier. Da waren sich die Beteiligten einig. Bis zum 27. August kann man sich selber ein Bild an 51 Orten in der Innenstadt machen und es für sich herausfinden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN