Freunde danken Bürgern Dank der Spenden aus der Region wird Eyob in Eritrea begraben

Die Freunde des bei einem Badeunfall ertrunkenen 19-Jährigen aus Eritrea haben sich bei den Bürger in der Region für die Spenden bedankt, die eine Rückführung nach Eritrea und eine Beerdigung durch seine Familie ermöglicht haben. Rechts im Bild Klazina Hartholt, Leiterin der Jugend- und Familienhilfe, links die Sozialarbeiterin Jette Seifert und ihr Kollege Florian Pesch, die den 19-Jährigen ebenfalls gut kannten. Foto: Thomas PertzDie Freunde des bei einem Badeunfall ertrunkenen 19-Jährigen aus Eritrea haben sich bei den Bürger in der Region für die Spenden bedankt, die eine Rückführung nach Eritrea und eine Beerdigung durch seine Familie ermöglicht haben. Rechts im Bild Klazina Hartholt, Leiterin der Jugend- und Familienhilfe, links die Sozialarbeiterin Jette Seifert und ihr Kollege Florian Pesch, die den 19-Jährigen ebenfalls gut kannten. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Die Spendensammlung zur Überführung des bei einem Badeunfall in Lohne ums Leben gekommenen 19-jährigen Flüchtlings aus Eritrea ist erfolgreich zu Ende gegangen.

. Am Donnertagabend dankten seine Freunde und Wegbegleiter bei einem Treffen mit der Redaktion allen Bürgern, Vereinen und Institutionen, die mit ihren Spenden die Beerdigung des jungen Mannes in seinem Heimatland ermöglicht hatten.

Wie berichtet, war Eyob (Name von der Redaktion geändert) am 19. Juli beim Baden im Lohner See ertrunken. Der Jugendliche konnte nicht schwimmen. In Lingen lebte er nach seiner Flucht aus Eritrea seit dem Sommer 2015, wo er von der Werkstatt der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe unter der Leitung von Klazina Hartholt betreut wurde. Gesellschafter ist das Christophorus-Werk. Eyob gehörte dem christlich-orthodoxen Glauben an. Aus der Gruppe der jungen Leute und auch der Familie von Eyob war der Wunsch geäußert worden, dass der 19-Jährige in Eritrea begraben werden sollte.

Das Christophorus-Werk richtete daraufhin vor zwei Wochen ein Spendenkonto ein. Nach Angaben von Hartholt sind inzwischen über 6300 Euro an Spenden eingegangen, darunter 1000 Euro, die die Freunde und Bekannten aus Eritrea, die im südlichen Emsland und der Grafschaft leben, gespendet haben. „Neben einzelnen Spenden von Bürgern haben sich zum Beispiel auch Sportvereine beteiligt“, sagte Hartholt. Sie dankte allen, die durch ihren Beitrag eine Überführung des Verstorbenen nach Eritrea ermöglicht hätten.

Notwendig dazu waren, wie eine letzte Kostenermittlung ergeben hatte, rund 7000 Euro. Da ein Geldgeber maximal 1800 Euro in Aussicht gestellt hatte, um einen möglichen Fehlbetrag auszugleichen, sind die Kosten somit gedeckt.

In der Hauptstadt Asmara ist der Leichnam von Eyob inzwischen eingetroffen und dort zur Bestattung abgeholt worden Sein Vater, der zurzeit in Israel lebe, habe sich, auch im Namen seiner Frau, bei allen bedankt, berichtete Klazina Hartholt am Donnerstagabend bei dem Treffen mit seinen Freunden.

Dort setzten sie ihre Unterschriften unter zwei große Karten, die Sozialarbeiterin Jette Seifert mit einem Spruch von Aurelius Augustinus gestaltet hatte: „Aus Gottes Hand empfing ich mein Leben, mit Gottes Hand gestalte ich mein Leben, in Gottes Hand gebe ich mein Leben zurück“, war dort ein Zitat eines der bedeutendsten Philosophen des Frühmittelalters zu lesen.

„Wir wollen auch noch zwei Fotobücher erstellen und sie mit den Karten der Familie schicken“, sagte die Leiterin der Familien- und Jugendhilfe.

Ein Fotobuch erhält der Vater, das andere seine Mutter in Eritrea. Bilder von Eyob und seinen Freunden in Lingen und der Umgebung sollen der Familie einen Eindruck vermitteln, wie ihr Sohn die letzten Jahre in Deutschland verbracht hat. Dass es bereits seine letzten Lebensjahre sein würden, macht die, die ihm nahestanden, immer noch sehr betroffen. Das war auch bei dem Treffen am Donnerstagabend spürbar. Ein Freund von ihm und ein Geistlicher aus Eritrea dankten den Bürgern ausdrücklich für die Spenden und Anteilnahme.

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