Stafettenreiter in Lingen Etappenweise zur Weltmeisterschaft der Islandpferde

Von Andre Partmann


Lingen. Am 7. August startet im niederländischen Oirschot die Weltmeisterschaft für Islandpferde. Einige Reiter sind allerdings schon Wochen vor dem eigentlichen Auftakt im Einsatz gewesen: Sie haben am sogenannten Stafettenritt teilgenommen, der am Wochenende auch in Lingen Halt gemacht hat.

Vor den olympischen Sommerspielen ist es Usus, dass in der griechischen Stadt Olympia traditionell die Flamme entfacht und per Fackel zum neuen Austragungsort getragen wird. Das Ritual gilt als Symbol des Friedens, das die einzelnen Bevölkerungsgruppen miteinander vereinen soll. Alle zwei Jahre findet ähnliches auch im Vorfeld der Weltmeisterschaft der Islandpferde statt – und am Wochenende war auch Lingen ein Teil davon.

Anfang der 80er entstanden

Der Brauch im Zuge der Islandpferde-WM heißt in dem Fall allerdings nicht Fackellauf, sondern Stafettenritt – und weitergereichtwird nicht eine Flamme, sondern der Stab mit dem Sonnenreiter. Anfang der 1980er Jahre entstand die Idee unter einigen Wanderreitern, auf ihren Islandpferden von vorherigen Austragungsort der Weltmeisterschaft an den neuen Austragungsort zu reiten. In dem Stab, der die Reiter begleitet, verbirgt sich nicht nur eine Grußbotschaft zur Völkerverständigung, sondern auch eine Nachricht vom alten an den zukünftigen Ausrichter der Weltmeisterschaft.

Von Dänemark in die Niederlande

In diesem Jahr führt der insgesamt zehnte Stafettenritt aus dem dänischen Herning in die niederländische Stadt Oirschot. Die ersten Etappen legten dänische Reiter mit ihren Islandpferden zurück, in Ellund wurde der Stab an die deutschen Stafettenreiter übergeben. „In der Regel nimmt ein Stafettenreiter etwa eine Woche an dem Ritt teil“, erklärte Marianne Kortüm vom Islandpferdereiterverein (IPRV) Lingen. Begleitet werden sie dabei von den Trossern, die sämtliche Materialien und Futtermittel für die Pferde im Schlepptau haben.

Vom IPRV Lingen organisiert

Marianne Kortüm und ihr Mann Christof sind seit dem Halt der Stafettenreiter in Vechta dabei. Die Planung der sechs Etappen, die von dort bis zur niederländischen Grenze zurückgelegt wurden, lag in ihren Händen. „Die einzelnen Etappen sind zwischen 25 und 40 Kilometer lang“, berichtete Kortüm. Am Stafettenritt können bis zu 15 Reiter mit ihren Islandpferden zeitgleich teilnehmen, die vom IPRV und Kortüm ausgearbeitete Strecke traten zehn Reiter an. „Es gibt die Möglichkeit, sich im Vorfeld im Internet zu bewerben, um dabei zu sein“, erklärte Yvonne Lobenberg, Vorstandsmitglied des IPRV Lingen. Der IPRV Lingen hat in diesem Jahr erstmals den Zuschlag bekommen, einen Streckenabschnitt organisieren zu dürfen.

Ohne Zwischenfälle

Nach den ersten vier Etappen kamen die zehn Reiter mit ihren Islandpferden am Donnerstag in Lingen an und wurden von Stefan Heskamp, Zweiter Bürgermeister der Stadt Lingen, empfangen. „Die Themen Pferde und Reitsport haben in Lingen einen großen Stellenwert“, so Heskamp. Er freue sich nicht nur, dass die Reiter und ihre Pferde die Strecke ohne Zwischenfälle zurückgelegt hätten, sondern auch, dass Lingen Teil des Stafettenritts sei, der in diesem Jahr drei Länder miteinander verbinde.

In Oirschot vertreten

Von Lingen aus traten die Stafettenreiter ihre fünfte Etappe nach Helschen an, ehe im Rahmen der sechsten Etappe der Stab mit dem Sonnenreiter und der Grußbotschaft am Samstag von Marianne Kortüm an die holländischen Stafettenreiter übergeben wurde. Doch für den IPRV Lingen ist die Reise zur Weltmeisterschaft noch nicht beendet: DIe Lingenerin Marlene Feldt nimmt mit ihrem Wallach Samuel für Deutschland in Oirschot teil.

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