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Über seine Verhältnisse gelebt Insolvenzverwalter sieht Missmanagement bei iHp in Lingen

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<em>Schwere Managementfehler </em>wirft der Insolvenzverwalter den Gesellschaftern von iHp vor. Foto: ArchivSchwere Managementfehler wirft der Insolvenzverwalter den Gesellschaftern von iHp vor. Foto: Archiv

Lingen. Die frohe Kunde zuerst: Von rund 340 Mitarbeitern des insolventen Lingener Gesamtdienstleister iHp mit seinen acht Gesellschaften sind 306 Frauen und Männer wieder in Lohn und Brot. Für die verbleibenden 34 Mitarbeiter wird nach wie vor nach einem neuen Arbeitsplatz gesucht.

Die schlechte Nachricht: Die Insolvenz ist nicht auf eine schlechte Auftragslage zurückzuführen, sondern auf eklatante Fehler beim Management. Das ist unterm Strich das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Clemens Sandhaus, dem bestellten Insolvenzverwalter, und der Lingener Tagespost.

Wie berichtet, hatte die iHp im Mai Insolvenz angemeldet, nachdem sie schon seit einigen Monaten in finanziell schwerem Fahrwasser unterwegs gewesen war. Zuletzt konnten, auch aufgrund eingestellter Zahlungen vonseiten der BP in Millionenhöhe, die als Anschubfinanzierung ohne Gegenleistung geflossen waren, die Gehälter und Löhne nicht mehr gezahlt werden, sodass Insolvenz angemeldet werden musste.

„Ich bin ausgesprochen froh darüber, dass wir es geschafft haben, so vielen Frauen und Männern wieder einen Arbeitsplatz zu beschaffen“, betonte der Insolvenzverwalter. Insbesondere seien die Gespräche mit der BP-Raffinerie und ihrem neuen Geschäftsführer, Gerhard Sander, erfolgreich gewesen, umriss Sandhaus die zu Ende geführten Verhandlungen.

Auf die Frage, wie es zu der Insolvenz kommen konnte und wer dafür neben den beiden ehemaligen Geschäftsführern Martin Suresch und Georg Reichelt die Schuld trage, antwortete Sandhaus: „Die iHp hat völlig über ihre Verhältnisse gelebt.“ Neben unter anderem viel zu vielen Autos hatte das mittelständische Unternehmen fünf Standorte in Lingen, für die natürlich Monat für Monat die Miete fällig war.

Weiteren Angaben des Insolvenzverwalters zufolge haben aber auch die Gesellschafter dazu beigetragen, dass das Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit geschlittert ist. Seien es Dieter Barlage, Andreas Mainka, Heinz Gehring oder Horst Reinkemeier – sie alle hätten ihre Pflichten nur ungenügend wahrgenommen und sich wohl gegenseitig aufeinander verlassen – man habe es anscheinend einfach laufen lassen.

Auf die Frage, ob denn Buchhaltung und Rechnungswesen nicht eindeutig zu lesen gewesen seien und sich hier mögliche Fehler eingeschlichen hätten, die die negative Entwicklung von iHp nicht wiedergegeben hätten, antwortete Sandhaus: „Nein, Buchhaltung und Rechnungswesen wurden tipptopp geführt und waren voll in Ordnung.“


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