Unterschiede bei Konfessionen Was ist in Lingen bei einer Taufe zu beachten?

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Julia Keßler, Kirchenvorstandsvorsitzende der Lingener ev.-luth. Johanneskirchengemeinde, und der Pfarrer der kath. St.-Bonifatius-Gemeinde Lingen, äußern sich zum Thema Taufe. Foto: Wilfried RoggendorfJulia Keßler, Kirchenvorstandsvorsitzende der Lingener ev.-luth. Johanneskirchengemeinde, und der Pfarrer der kath. St.-Bonifatius-Gemeinde Lingen, äußern sich zum Thema Taufe. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Das Kind muss einen Namen haben. Und der wird beim Standesamt beurkundet. Für christliche Eltern ist die Taufe allerdings häufig genauso wichtig wie die Festlegung des Namens in der Geburtsurkunde.

Darüber, was vor und bei der christlichen Taufe zu beachten ist, informieren Julia Keßler, Kirchenvorstandsvorsitzende der ev.-luth. Johanneskirchengemeinde in Lingen, und der Pfarrer der kath. Kirchengemeinde St. Bonifatius Lingen, Thomas Burke.

Anmeldung zur Taufe

Zunächst muss der neue Erdenbürger zur Taufe angemeldet werden. „Dazu sollen die Eltern mit der Geburtsurkunde und, falls vorhanden, mit dem Stammbuch der Familie in das zuständige Pfarrbüro kommen“, sagt Keßler. Dabei gelte im Allgemeinen das Wohnsitzprinzip. Dies sei auch in der katholischen Kirche so, erklärt Burke. „Zuständig ist immer das Pfarramt, wo die Familie ihren ersten Wohnsitz hat.“ Sowohl die Protestantin als auch der katholische Geistliche weisen darauf hin, dass immer beide Elternteile den Antrag auf Taufe unterschreiben müssten, wenn beide das Sorgerecht für das Kind hätten. Lediglich wenn der Vater unbekannt sei oder bei nicht verheirateten Eltern ein Elternteil das alleinige Sorgerecht habe, reiche eine Unterschrift. Dabei müssen die Eltern selbst nicht einer Kirche angehören. „Wir würden das Kind auch dann taufen“, versichern Keßler und Burke.

Evangelisch oder katholisch?

Doch was ist, wenn Vater und Mutter des Täuflings verschiedenen Konfessionen angehören? „Dann müssen sie sich für eine Konfession entscheiden, denn eine ökumenische Taufe gibt es nicht“, sagen Burke und Keßler. Durch die Taufe erfolge die Aufnahme in die jeweilige Kirche und Gemeinde. „Keiner kann etwas evangelisch und etwas katholisch sein“, sagt Keßler. Wenn Vater und Mutter jeweils stark in ihrem Glauben verwurzelt seien, könne die Entscheidung für eine der beiden Konfessionen schwierig sein, gibt Burke zu. „Oft entscheiden Paare dann nach den Gegebenheiten, beispielsweise danach, welche Konfession am Wohnort stark vertreten sei und ein großes Angebot vorhalte. Doch Burke und Keßler beruhigen auch: „Evangelische und katholische Kirche erkennen die Taufe gegenseitig an.“ Selbst wenn später jemand konvertiere, würde er daher nicht neu getauft.

Auswahl der Paten

Bei der Anmeldung sollten auch möglichst schon die Paten benannt werden. Hier gibt es leichte Unterschiede zwischen Protestanten und Katholiken. „Bei uns muss mindestens ein Pate der evangelisch-lutherischen und der zweite mindestens einer anderen christlichen Kirche angehören“, erläutert Keßler. Das Mindestalter für die Übernahme einer Patenschaft betrage 14 Jahre. „In der katholischen Kirche liegt das Mindestalter bei 16 Jahren“, sagt Burke. Zudem müsse ein Pate getauft und gefirmt sein. Der zweite Pate könne einer anderen christlichen Religion angehören, werde dann aber nicht als Pate, sondern Taufzeuge eingetragen. Keßler und Burke erklären, dass solche Konstellation nichts Ungewöhnliches seien, denn die Vielfalt der familiären Situationen nehme zu.

Das Taufgespräch

In beiden Konfessionen erhalten die jungen Eltern Besuch von einem Geistlichen zum Taufgespräch. „Unser Pastor spricht in dem durchschnittlich eine Stunde dauernden Gespräch inhaltlich Religiöses an“, erklärt Keßler. Auch gebe der Pastor, falls die Eltern sich noch nicht für einen Taufspruch entschieden hätten, dabei Hilfestellung. „Ein Taufspruch, der aus der Bibel stammel muss, soll das Kind ein Leben lang begleiten“, sagt Keßler. Burke erklärt, dass es in vielen katholischen Gemeinden neben dem Taufgespräch auch einen Kreis junger Eltern gebe, die sich ein oder zwei Mal unter Leitung ehrenamtlicher Katecheten treffen würden. „Dies ist ein Angebot insbesondere für Familien, die ihr erstes Kind bekommen haben.

Die Taufe

Eine katholische Taufe finde immer in einer Pfarrkirche mit Taufbrunnen statt, sagt Burke. „Wir taufen niemanden in der Ems“, erklärt der Pfarrer lachend. Keßler erläutert, dass es in der evangelischen Kirche diese Form der Taufe ebenfalls die Regel sei. „Es gibt zwar Sonderformen, die hier aber nicht praktiziert werden.“ Für die evangelische Kirche gebe es keine Vorschrift für die Kleidung des Täuflings. Auch eine Taufkerze sei nicht vorgeschrieben, aber möglich. „Oft bringen die Familien eine mit“, sagt Keßler. Dies ist in der katholischen Kirche anders. „Die Taufkerze hat eine große Bedeutung“, erklärt Burke. Er empfiehlt, zur Taufe eine mitzubringen. Sei keine vorhanden, stelle die Kirche eine zur Verfügung. Dies gelte am Tag der Taufe auch für das Taufkleid, das beim katholischen Taufritus dem Täufling angelegt werde.


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