Auszeichnung in Berlin Knollenborg in Lingen erhält erneut Zertifikat „Familienfreundlich“

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Lingen.  Das Lingener Unternehmen Knollenborg hat von Familienministerin Katarina Barley ein Zertifikat für familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik erhalten. Es ist bereits die fünfte Auszeichnung.

Der kleine Knirps ist ausgebüxt, kommt aber im Atrium der Kanzlei Knollenborg nur ein paar Meter weit. Dann hat ihn Tagesmutter Martha Laumann lachend eingeholt. Auch dem Kleinen macht das Wettrennen mit ihr sichtlichen Spaß. Seine Mutter geht in einem der vielen Büros des Teams aus Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern und Rechtsanwälten ein paar Meter weiter ihrer Arbeit nach. Sie hat das sichere Gefühl, ihr Kind in der betriebsinternen Minikrippe gut betreut zu wissen.

Die „Knollis“, wie die Handvoll ein- bis dreijähriger Jungen und Mädchen von den Angestellten genannt werden, sind ein zentraler Baustein der familienfreundlichen Ausrichtung des Familienunternehmens. Elisabeth und Wilhelm Knollenborg, die es in nunmehr dritter Generation führen, sind Tagesmutter Laumann und deren Vertreterin Lydia Richter sehr dankbar, dass sie die liebevolle Betreuung der Kleinen mit einer großen Flexibilität handhaben. Meistens wechseln die Kinder, wenn sie etwa drei Jahre alt sind, in die Kindertagesstätten der Umgebung.

Erstes Unternehmen im Emsland

Das Unternehmen aus dem Lingener Ortsteil Baccum war im Jahr 2004 das erste Unternehmen im Emsland, das sich sein breites Angebot an familienfreundlichen Maßnahmen von der „Beruf und Familie“-Service GmbH zertifizieren ließ. Laumann und Richter waren in der vergangenen Woche in Berlin bei der jüngsten Verleihung der Urkunde mit dem Qualitätssiegel ebenfalls mit dabei. Das sogenannte Audit „Beruf und Familie“ unterstützt als Managementinstrument Arbeitgeber darin, maßgeschneiderte Lösungen zur Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Privatleben umzusetzen. Es geht auf eine Initiative der Hertie-Stiftung zurück. Seit 1998 wurden über 1600 Arbeitgeber in Deutschland mit dem Zertifikat ausgezeichnet. Insgesamt 353 Arbeitgeber hatten letzte Woche die Auszeichnung in der Hauptstadt bekommen. Dieses Gütesiegel hat die Kanzlei in Baccum seitdem alle drei Jahre erneuert. Gültig ist es nämlich nur jeweils für diesen Zeitraum. Die Kriterien für das Siegel müssen regelmäßig erneut nachgewiesen werden.

Beratungsangebote und Workshops

Extrem flexible Arbeitszeiten, Betreuungsmöglichkeiten wie die bei den „Knollis“, umfassende Beratungsangebote und Workshops bilden den Rahmen, in dem sich die rund 50 Angestellten bewegen. Kinderbetreuung und die Organisation flexibler Arbeitszeitmodelle sind aber nicht die einzigen Facetten, wenn es um das Thema Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz geht. Wie Elisabeth Knollenborg im Gespräch mit der Redaktion erläuterte, bestehe die Motivation der regelmäßigen Teilnahme an den Audits von „Beruf und Familie“ darin, immer wieder auch neue Anregungen zu bekommen und sich ständig mit den eigenen Stärken und Schwächen im Unternehmen auseinanderzusetzen.

„Ein wichtiges Thema ist zum Beispiel der Wissenstransfer; ein Drittel unserer Belegschaft ist älter als 50 Jahre“, sagte sie. Betriebliche Gesundheitsförderung und die interne Kommunikation sind weitere. „Die ist auch mal holprig und es läuft nicht alles glatt“, beschreibt Knollenborg die tägliche Herausforderung, die Interessen aller unter einem Hut zu bringen.

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