Neues Keramik- und Batteriegebäude Rosen in Lingen will 250 neue Arbeitsplätze schaffen

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Lingen. Der Technologiekonzern Rosen im Industriepark in Lingen wird auf der Fabrikseite am Seitenkanal ein neues Keramik- und Batteriegebäude errichten. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund zehn Millionen Euro. Insgesamt werden am Standort Lingen 250 neue Arbeitsplätze entstehen. Dort würde die Rosen-Gruppe dann 1500 Menschen beschäftigen.

Rosen ist als Technologiekonzern in mehr als 120 Ländern tätig und nach eigenen Angaben Weltmarktführer im Bereich der Pipeline-Inspektion. Das Anfang der 1980er-Jahre gegründete Familienunternehmen beschäftigt weltweit derzeit rund 3000 Menschen, in Lingen sind es aktuell 1250. Einzelheiten zum Bauvorhaben, das im August beginnen und im Frühjahr 2018 abgeschlossen sein soll, stellten Vertreter von Rat und Verwaltung mit Oberbürgermeister Dieter Krone an der Spitze sowie Alfons und Patrik Rosen als Vertreter der Eigentümerfamilie vor.

Bald größter industrieller Arbeitgebern

Krone verwies darauf, dass die Rosen-Gruppe mit zukünftig 1500 Arbeitsplätzen in Lingen zum größten industriellen Arbeitgeber in der Region aufsteige. Der Oberbürgermeister dankte dem Unternehmen für dessen Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Lingen. Rat und Verwaltung rechtfertigen dies Krones Worten zufolge durch gute Rahmenbedingungen und eine zügige Bearbeitung der planerischen Voraussetzungen für solche Investitionen.

Weitere gute Nachricht aus dem Industriepark

Der Oberbürgermeister betonte, dass sich der Industriepark in Lingen mit der Erweiterung des Versandhandels EMP, der bevorstehenden Errichtung des Testzentrums durch den Landmaschinenhersteller Krone aus Spelle und nun der zusätzlichen Stärkung des Rosen-Standortes überaus positiv entwickle.

Starkes Wachstum in der Gruppe

Alfons Rosen verwies darauf, dass das Unternehmen derzeit durch ein starkes Wachstum innerhalb der Gruppe und einer Veränderung der Verarbeitungs- und Produktionsprozesse geprägt sei. „Wir haben zum Beispiel Kleinstserienfertigungen von zehn Stück, aber auch Baugruppen, etwa im Bereich der Sensorik, mit 20.000 bis 30.000 Stück“, sagte Rosen. Spitzentechnologie benötige auch Spitzenrahmenbedingungen.

Neue Batteriefertigung

Diese werden in der neuen Batteriefertigung geschaffen, wo angelieferte Batteriezellen für die Inspektionsmolche in den Rohrleitungen zu Paketen zusammengefasst werden. Ein neuer Bereich wird die Keramik sein. Der Werkstoff ist sehr gut als Verschleißschutz für die hoch sensiblen Sensoren geeignet. Nach Darstellung von Alfons Rosen reicht die Zuverlässigkeit der Zulieferer, was die Qualität der Keramik und die termingerechte Lieferung anbelangt, nicht aus. „Das muss Rosen selbst in den Griff bekommen“, unterstrich der Vertreter der Eigentümerfamilie. Die Qualitätsanforderungen der Kunden würden immer größer, ergänzte Patrik Rosen. Die enorme Fertigungstiefe des Technologiekonzerns ist nach seinen Worten eine Antwort auf diese Herausforderungen.

Verändertes „Gesicht“ von Rosen

Das „Gesicht“ von Rosen von dieser Seite im Industriepark wird nach Fertigstellung des 130 Meter langen Baukörpers ein völlig anderes sein. Das „Innovationcenter“ auf der anderen Seite des Unternehmensgeländes direkt an der B70 war 2012 eingeweiht worden. Kostenpunkt: rund 25 Millionen Euro. Auf der „Fabrikseite“, die bislang eher einen Werkstattcharakter hatte, entsteht nun mit dem Neubaukomplex eine von Grund auf veränderte Optik.

Dietrich: Rosen ist ein Glücksfall

Ludger Tieke, Wirtschaftsförderer der Stadt Lingen, hob das Engagement von Rosen bei der Förderung von technikbegeisterten jungen Menschen hervor. So können die Mitglieder des Vereins Forschung und Technik Räume auf dem Gelände nutzen. Uwe Dietrich (CDU) und Natalie Baisakow (SPD) unterstrichen die Bedeutung solcher innovativen Unternehmen, was die Sicherung und Schaffung neuer Arbeitsplätze anbelangt. „Rosen ist für die Stadt Lingen ein Glücksfall“, betonte Dietrich.

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Rosen: Vom Ingenieurbüro zum Konzern

Spätestens nach dem Bau des Innovationszentrums direkt an der B 70 nimmt jeder Autofahrer, der von Süden kommend nach Lingen fährt, Rosen wahr. Der Neubau mit Platz für 650 Mitarbeiter ist 2012 vom damaligen Ministerpräsidenten David McAllister offiziell eingeweiht worden.

Die Geschichte des heutigen Konzerns begann aber als kleines Ingenieurbüro am Lingener Wohnsitz der Familie von Hermann Rosen:

  • Mitte der 1970er: Gründung des Ingenieurbüros Hermann Rosen in Lingen
  • 1980: Umzug zum Windmühlenberg
  • 1981: Einstieg in die Pipeline-Inspektion, neue Technologien werden entwickelt
  • 1988: Neues Hauptgebäude „Am Seitenkanal“, Umzug in den Industriepark Süd
  • 1990 bis 2000: Gründung von Niederlassungen in den USA, Malaysia, Mexiko, Argentinien, Kanada, Australien
  • 2000: Umzug der Zentrale in die Schweiz
  • 2000 bis 2010: Gründung weiterer Niederlassungen in den Niederlanden, Saudi-Arabien, Ukraine, Vereinigte Arabische Emirate, Russland, Brasilien, Kolumbien, Großbritannien
  • 2006: Bau der Kunststoff-Produktionshalle in Lingen
  • 2008: Bau der betrieblichen und bilingualen Kindertagesstätte Rokids in Lingen
  • 2010: Neubau der Kantine
  • 2011: Bau des „Innovation Center“ in Lingen
  • 2016: Eröffnung der bilingualen Grundschule Robigs

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