Hilfe gegen die Leere Trauergruppe für Kinder in Lingen startet im September

Von Thomas Pertz


pe Lingen. Kinder in ihrer Trauer nach dem Verlust eines verstorbenen Familienmitglieds begleiten – dies möchte eine Trauergruppe für Jungen und Mädchen von sechs bis zwölf Jahren. Das neue Angebot im Dekanat Emsland-Süd des Bistums Osnabrück startet am 21. September 2017 .

Die Gruppe leiten werden die beiden Gemeindereferentinnen und ausgebildeten Trauerbegleiterinnen Alwine Röckener und Agnes Buschermöhle, das Organisatorische regelt Dekanatsreferent Holger Berentzen. Hinzu kommen elf für diese Aufgabe besonders geschulte Frauen, die sich ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Es gibt bis April 2018 neun Treffen, immer donnerstags von 17 bis 19 Uhr. Sie finden für die Kinder jeweils in der Kindertagesstätte Maria Königin in Lingen statt. Angebote für erwachsene Bezugspersonen gibt es parallel an diesen Tagen im Pfarrzentrum gegenüber.

Besuch von Einrichtungen

In einem Gespräch mit der Redaktion verwiesen Röckener, Buschermöhle und Berentzen auf einen vom Bistum angestoßenen Prozess, das Thema Trauer noch stärker in den Blick zu nehmen und zu schauen, was bereits an Hilfen und Unterstützung angeboten wird, oder aber noch fehlt. „Wir erleben in unserer Arbeit in den Kindertagesstätten, wie sehr Kinder hier betroffen sein können, aber keine Angebote der Kirche da sind“, berichtete Röckener. So entwickelte sich aus Gesprächen vor Ort, wie zum Beispiel mit dem Hospizverein, und Besuchen von Einrichtungen wie das „Trauerland“, ein Zentrum für trauernde Kinder, Jugendliche und Familien in Belm im Landkreis Osnabrück, der Gedanke einer Trauergruppe für Kinder im Dekanat Emsland-Süd.

Kein therapeutisches Angebot

Dies sei kein therapeutisches Angebot, unterstrichen die Gesprächspartner. Es gehe vielmehr um eine niederschwellige Form mit Möglichkeiten, auf ganz unterschiedliche Art und Weise die Trauer kindgerecht zu verarbeiten.

Wenn ein Elternteil sterbe, dann würden sich Rollen in der Familie verändern und es könnten neben der Trauer Themen wie Existenzsicherung in den Vordergrund rücken, sagte Buschermöhle. Wie wirke sich dies auf die Verarbeitung von Trauer bei Kindern aus? Die Themen Tod und Trauer seien häufig keine, über die offen miteinander gesprochen werde und gerade Kinder würden davon ferngehalten, erklärte Röckener. Sie seien aber damit genauso konfrontiert wie alle anderen auch, ohne ihre Gefühle mitunter zu zeigen.

Erfahrungen austauschen

In der Gruppe werden sie nun mit anderen zusammen sein, die Ähnliches erlebt haben. Das Angebot ist offen für alle, ob sie sich nun dem Glauben und der Kirche verbunden fühlen oder nicht. „Letztlich geht es um den einzelnen Menschen, Kinder und ihre Bezugspersonen, die wir unterstützen wollen“, unterstrich Berentzen.

In der Gruppe muss es nicht nur um den großen Anfangsschmerz nach dem Verlust eines Menschen gehen. Der einzelne Trauerfall kann schon einige Monate her sein. Bis zum Sechswochen-Amt in der Kirche sei die Zeit oft noch sehr ausgefüllt, erklärte Buschermöhle. Häufig werde eine innere Leere danach aber um so stärker empfunden. Die Trauergruppe für Kinder möchte dieser Leere etwas entgegensetzen.

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Kontakt zur Trauergruppe für Kinder: Gemeindereferentin und Trauerbegleiterin Alwine Röckener für die Kinder-Trauergruppe (Büro: Tel. 0591/6106113, Privat: Tel. 05905/ 945292, E-Mail: a.roeckener@mk-stm.de)

Kontakt zur Gruppe der erwachsenen Bezugspersonen: Gemeindereferentin und Trauerbegleiterin Agnes Buschermöhle (Büro: Tel. 05963/ 940216, Privat: Tel. 05904/ 1472, E-Mail: buschermoehle@alexanderbote.de)

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