Pflege im ländlichen Raum Freren ist Modellkommune für Projekt des Campus Lingen

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Sie kooperieren: (von links) Prof. Stefanie Seeling, Frerens Samtgemeindebürgermeister Godehard Ritz und Bernadette Hof-Kleiner. Foto: Wilfried RoggendorfSie kooperieren: (von links) Prof. Stefanie Seeling, Frerens Samtgemeindebürgermeister Godehard Ritz und Bernadette Hof-Kleiner. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Die Samtgemeinde Freren ist eine der Modellkommunen für ein Teilprojekt des Forschungsvorhabens „Lernendes Gesundheitssystem in der Region Osnabrück/Emsland“ („Rose“). Bei „Rose“ kooperieren Hochschule und Universität Osnabrück.

„Wir forschen auf dem Campus Lingen an dem Teilprojekt ‚Versorgungssicherheit bei Pflegebedürftigkeit im ländlichen Raum‘“, erklären Stefanie Seeling, Professorin des Studiengangs Pflege dual, und ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Bernadette Hof-Kleiner. Drei emsländische Gemeinden seien als Modellkommune im Blick gewesen, sagt Seeling. Nachdem man, gemeinsam mit dem Landkreis, deren Repräsentativität für das Emsland ergründet habe, sei die Wahl auf Freren gefallen. „Bei dem im September 2016 begonnen und auf drei Jahre angelegten Teilprojekt geht es darum, die Versorgungsstrukturen bei der Pflege älterer Menschen den Bedürfnissen anzupassen und Alltagsveränderungen auf den Weg zu bringen“, erläutert Seeling.

Ziel ist Empfehlung für die Samtgemeinde Freren

Wie die Wissenschaftler des Campus Lingen dabei vorgehen wollen, erklärt Hof-Kleiner: „Wir erheben zum einen primäre Daten bei den Menschen vor Ort. Dazu sprechen wir derzeit mit Gesundheitsexperten wie Ärzten und Pflegediensten, aber auch beispielsweise Bürgermeistern.“ Fragen wie „Welche Anbieter von Pflegedienstleistungen gibt es?“, „Wie ist der Bedarf?“ und „Wie ist der generelle Gesundheitszustand in der Kommune?“ würden dabei im Mittelpunkt stehen. 2018 seien dann Gespräche mit Betroffenen geplant. Dies diene dazu, die Bedarfe in der Pflege zu erkennen. Zum anderen würden sekundäre Daten wie Altersverteilung und Anzahl der Heimplätze erhoben. „Am Ende verschmelzen wir diese beiden Datenpools und sprechen eine Empfehlung für die Samtgemeinde aus“, sagt Hof-Kleiner.

Ritz: Freren kann Nutzen aus Projekt ziehen

Eine Empfehlung, auf die Frerens Samtgemeindebürgermeister Godehard Ritz sich schon jetzt freut: „Wir haben uns kommunalpolitisch der Thematik schon gestellt. Wenn es einen weiteren politischen Diskurs hierzu gibt, ruht eine dann getroffene Entscheidung auf breitem Wissen“, sagt Ritz. Im Übrigen begrüße er, dass die Hochschule einen solch konkreten Blick auf die Region werfe. Die Samtgemeinde könne einen Nutzen aus dem Projekt ziehen, weil sie Daten bekomme, die sie selbst nicht erheben könne. „Wenn die Ergebnisse des Forschungsprojektes vorliegen, dann kommen die aus Freren, sind für Freren und gehen von Freren aus weiter“, betont der Samtgemeindebürgermeister. Seeling versichert Ritz, dass die Samtgemeinde Freren einen Nutzen von dem Projekt und seinen Ergebnissen haben wird. „Hier trifft nicht mehr Forschung auf Praxis, sondern die Praxis nutzt die Forschung, um fundiert argumentieren zu können“, erläutert die Professorin das methodische Vorgehen der Wissenschaftler.

Gute Zusammenarbeit

Dass deren Fragen nicht immer einfach zu beantworten sind, hat Ritz schon bemerken müssen: „Ich konnte schon die erste ‚Wunschliste‘ von Frau Hof-Kleiner nicht direkt erfüllen“, gibt Ritz zu. Aber die Zusammenarbeit zwischen dem Campus Lingen und der Samtgemeinde funktioniere. Dies bestätigt auch Hof-Kleiner: „Die Zusammenarbeit ist super. Wenn jemand jemals wieder forschen möchte, sollte er das in Freren machen“, meint die wissenschaftliche Mitarbeiterin mit einem Lächeln.

An dieser Zusammenarbeit können sich auch alle Frerener bei einer, noch nicht terminierten, öffentliche Veranstaltung beteiligen. „Dort können die Bürger ihre Sicht positionieren, und es kann sein, dass wir Dinge hören, die noch kein Experte bedacht hat“, freut sich Pflegeprofessorin Seeling bereits auf diese Veranstaltung.

Weitere Infos zum Projekt gibt es bei Bernadette Hof-Kleiner, Tel. 0591/80098-320, E-Mail b.hof-kleiner @hs-osnabrueck.de.

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