„Zeichen für Toleranz“ BBS Technik und Gestaltung in Lingen ist Schule ohne Rassismus

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„Hurra, wir sind Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, freut sich die Schulgemeinschaft der Berufsbildenden Schulen Lingen Technik und Gestaltung. Foto: Christiane Adam„Hurra, wir sind Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, freut sich die Schulgemeinschaft der Berufsbildenden Schulen Lingen Technik und Gestaltung. Foto: Christiane Adam

Lingen. Die Berufsbildenden Schulen Lingen Technik und Gestaltung dürfen jetzt den Titel SORSMC tragen. Diese Abkürzung steht für „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Alle Träger des Titels haben eine Selbstverpflichtung unterzeichnet, die besagt, dass erstens die Schule Projekte gegen Rassismus als eine zentrale Aufgabe ansieht, dass sich zweitens jeder Unterzeichner gegen Diskriminierung einsetzen wird und dass drittens einmal jährlich eine Projektwoche zum Thema Rassismus durchgeführt wird. Die Initiative dazu ging von der Klasse 12 der Fachoberschule Gestaltung aus, die am Mittwoch zu einem Festakt in das Schulforum in die Beckstraße eingeladen hatte.

Film produziert

Um den Lehrern ein einfaches Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sie als Multiplikatoren das Projekt verbreiten konnten, hatten die Gestaltungsschüler einen Film produziert. Dieser wurde beim Festakt ebenfalls vorgeführt. In kurzweiliger, anschaulicher Weise zeigt dieser Film, worum es bei SORSMC geht.

Zeichen für Toleranz

„Wozu brauchen wir diese Auszeichnung? Wir sind doch immer schon couragiert und keineswegs rassistisch. Ganz im Gegenteil, wir versorgen etwa 130 Zugewanderte in den verschiedensten Maßnahmen“, fragte Schulleiter Jürgen Korte provokativ, um dann selbst zu antworten: „Nein, diese Auszeichnung ist wichtiger denn je. Wir müssen im wahrsten Sinne des Wortes Zeichen setzen gegen Rassismus und für Toleranz“.

HSG und Razz als Paten

„Um diese Auszeichnung zu erhalten, müssen mindestens 70 Prozent der Schüler, Lehrer und Mitarbeiter einer Schule eine Selbstverpflichtung, Rassismus aktiv zu überwinden, unterschreiben“, erklärte Martin Gerenkamp, der als Erster Kreisrat in Vertretung für Landrat Reinhard Winter die Klasse 12 der Fachoberschule Gestaltung für ihr Engagement lobte. Neben Landrat Winter hatte sich die Klasse außerdem die Handballspielgemeinschaft (HSG) Nordhorn-Lingen sowie die Band Razz aus Schöninghsdorf als Paten für ihre Initiative gewünscht und bekommen. „Der Landkreis Emsland ist stolz auf solche Menschen, die durch ihre weltoffene und tolerante Lebensgestaltung anderen Beispiel sind“, unterstrich Gerenkamp. Ähnlich beeindruckt zeigten sich der Schlagzeuger Steffen Pott und der Gitarrist Christian Knippen von der Band Razz und Fabian Rode, Mitarbeiter im Sponsoring der HSG.

Besonderes politisches Engagement

„Die Klasse 12 der Fachoberschule Gestaltung glänzte durch besonderes politisches Engagement“, betonte Politiklehrerin Annika Laser, die die Schulklasse bei der Durchführung begleitet hat. „Ihr gebt der Schulgemeinschaft damit den Auftrag, diesen Titel nicht nur zu tragen, sondern auch zu pflegen und ihn bunt mit Themen zu füllen. Wir nehmen euren Auftrag sehr ernst“, versprach sie den zum Ende dieses Schuljahrs scheidenden Schülern.

Schule als Ort für Demokratie

Das Zertifikat überreichte schließlich Sebastian Ramnitz aus Vechta im Auftrag der Landeskoordinierung des Projektes Schule ohne Rassismus. Der gelernte Erzieher zeigte sich überzeugt, dass Schule ein guter Ort sei, um Demokratie zu einzuüben. Es gehe darum, Macht nicht zu missbrauchen, sondern dazu zu nutzen, anderen den Freiraum zu geben, den sie brauchen.

Weitere Infos: www.schule-ohne-rassismus.org


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