Geliebt und gehasst Mario Barth am Freitag in der Emslandarena in Lingen

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Umstritten: Komiker Mario Barth kommt am Freitag nach Lingen. Foto: Michael GründelUmstritten: Komiker Mario Barth kommt am Freitag nach Lingen. Foto: Michael Gründel

Lingen. Am 8. Juli macht Mario Barth in Berlin Schluss. Dann findet dort auf der Waldbühne das Finale seiner Tournee „Männer sind bekloppt, aber sexy“ statt. Fast genau einen Monat vorher, am Freitag, 9. Juni, kommt er mit dem Programm für eine Zusatzshow in die Emslandarena in Lingen.

Mario Barth ist wohl der beliebteste deutsche Komiker der Gegenwart. Und er ist der umstrittenste Komiker der Gegenwart. Was macht einer, der so polarisiert? Er macht weiter.

Der am 1. November 1972 in Berlin geborene Mario Barth schlachtet seit je her Geschlechterklischees aus. Anfangs erzählte er von seiner (imaginären) Freundin. Nun wird er bei seinen Shows als „größter Paartherapeut aller Zeiten“ angekündigt. Der Größenwahn scheint angesichts der Erfolge, die Barth aufgestellt hat, berechtigt. 2008 stellte er den Weltrekord als „Live-Comedian mit den meisten Zuschauern“ auf, als er vor etwa 70.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion auftrat. Das waren fast vier Mal mehr Menschen als beim bis dahin bestehenden Rekord des US-Comedians Chris Rock, der zu einer Show in London nur 15.900 Zuschauer lockte.

Klischees und Kollegenschelte

Wäre Barth ein Fußballer, würden ihm wohl uneingeschränkt die Herzen der Deutschen entgegenfliegen. Aber er ist Komiker. Und das ist hierzulande eine ernste Sache. Der Berliner bedient sich etlicher Klischees. Seine Einteilung der Geschlechterrollen folgt einem Bild, das antiquiert ist. Seine politischen Äußerungen werden als unglücklich empfunden. Sogar Kollegenschelte gab es von Michael Mittermeier und Dieter Hildebrandt, der Barth als „abgrundtief dumm“ bezeichnete. Kritiker, wie der der Mitteldeutschen Zeitung, schreiben über ihn, er „bedient und reproduziert beständig eine unpolitische Trottel-Identität, die das genaue Gegenteil von witzig-spöttischer Aufklärung ist.“

Doch das Volk liebt seinen Barth. Bei seinen Männer- und Frauenwitzen kringelt sich das Publikum vor Lachen, das gar nicht aufgeklärt oder belehrt werden will. Es möchte sich nur ein paar Stunden gut unterhalten lassen und ablachen. Und so kann Barth unter anderem erzählen, dass Pornos früher nicht „50 Shades of Grey“ hießen, sondern „Trommelfeuer aus der Sackkanone“.

Mario Barth, Emslandarena, Lingen, Fr., 9. 6., 20 Uhr, Eintritt: 39,95 Euro, Tickets erhältlich in den Geschäftsstellen der NOZ, im Ticketshop www.deinticket.de oder unter Kartentelefon: 0591/91295-0.


Mario Barth, Emslandarena, Lingen, Fr., 9. 6., 20 Uhr, Eintritt: 39,95 Euro, Tickets erhältlich in den Geschäftsstellen der Tageszeitung, im Ticketshop Dein Ticket oder unter Kartentelefon: 0591/91295-0.

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