Osnabrücker Büro gewinnt Wettbewerb Museumsanbau in Lingen mit „sehr viel Charme“

Im Emslandmuseum wurden die Entwürfe und Modelle des Erweiterungsbaus vorgestellt. Den ersten Platz erzielte das Architektenbüro Reinders BDA aus Osnabrück. Mit den Architekten Klemens Hölscher und Axel Winter (zweiter und dritter von rechts) freuen sich Michael Merscher vom Museumsvorstand, Oberbürgermeister Dieter Krone, Erster Kreisrat Martin Gerenkamp und Museumsleiter Andreas Eiynck. Foto: Johannes FrankeIm Emslandmuseum wurden die Entwürfe und Modelle des Erweiterungsbaus vorgestellt. Den ersten Platz erzielte das Architektenbüro Reinders BDA aus Osnabrück. Mit den Architekten Klemens Hölscher und Axel Winter (zweiter und dritter von rechts) freuen sich Michael Merscher vom Museumsvorstand, Oberbürgermeister Dieter Krone, Erster Kreisrat Martin Gerenkamp und Museumsleiter Andreas Eiynck. Foto: Johannes Franke

Lingen. Die drei bestplatzierten Entwürfe des Architektenwettbewerbes für den Erweiterungsbau des Emslandmuseums hat Oberbürgermeister Dieter Krone am Sonntag im voll besetzten Vortragsraum vorgestellt. Einstimmig hatte sich die Jury für die Pläne des Architekturbüros Reinders BDA aus Osnabrück entschieden.

Unter den zehn lokalen, regionalen und überregionalen Entwürfen seien „hervorragende Ideen“ dabei gewesen, so Krone. Die interdisziplinäre Sach- und Fachpreisrichter-Jury habe sich nach stundenlangen Diskussionen und Bewertungen jedoch einvernehmlich für den Entwurf aus Osnabrück entschieden. Der Landkreis Emsland und die Stadt Lingen würden an exponierter Stelle in der Burgstraße einen „wunderbaren Museumsanbau“ errichten, der dem Emslandmuseum „würdig ist“, so Krone.

Anbau in Ziegelbauweise

Der Museumsanbau in Ziegelbauweise ordne sich dem bestehenden Backsteingebäude unter, erhalte aber eine eigenständige Ausprägung, erläuterte der Oberbürgermeister. Der ebenerdige Eingang befinde sich dann auf der Seite des Kutscherhauses. Städtebaulich werde der Gesamtkomplex in die Umgebung eingebunden, sodass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen geschlossener und transparenter Bauweise entstehe. „Hervorragend gelöst“ hätten die Architekten die funktionalen Herausforderungen und Bedingungen, sodass ein Gebäude mit „sehr viel Charme“ entstehe, wo der Museumsbesucher „König ist“, so Krone.

Weitere Anforderungen waren ein barrierefreier Zugang, ein Gebäude, wo Inklusion möglich ist, Ausstellungen und Vorträge stattfinden können, die Museumspädagogik ihren Platz hat und Sanitärbedingungen optimal gelöst werden. Auch das Architektenbüro Ahrens und Pörtner aus Hilter sowie Pape und Pape aus Kassel überzeugten mit ihren Plänen und erzielten den zweiten bzw. dritten Platz. Nach einem „harten Tag und genauen Vorgaben“ hieß der einstimmige Sieger Reinders BDA. Die anwesenden Architekten Klemens Hölscher und Axel Winter freuten sich über den herzlichen Applaus.

Dank an Stadt und Landkreis

Museumsleiter Andreas Eiynck hatte zuvor die historischen Gegebenheiten, die Entwicklung und den Wandel des Museumsgebäudes sowie der unmittelbaren Stadtentwicklung anhand von Plänen und Ansichten skizziert. Das Museum zwischen der Burgstraße und dem Pferdemarkt habe einen hervorragenden Standort, jedoch sei die Rückfront nicht „unbedingt die Schokoladenseite.“ Deshalb bedankte sich Eiynck ausdrücklich beim Landkreis Emsland und der Stadt Lingen für die Unterstützung und wünschte sich, dass es „bald losgehen wird.“

Erster Kreisrat Martin Gerenkamp verwies während der Begrüßung ebenfalls darauf, dass an dieses historische Gebäude „nicht irgendetwas dran gebaut werden darf“, sondern an dieser städtebaulich wichtigen Stelle ein architektonisch funktionales Gebäude entstehen wird, das man „hervorragend nutzen kann.“ Unter dem Vortragsraum befinde sich zwar noch der Tresor der damaligen Landeszentralbank, aber daraus könne man nicht schöpfen. Einig sind sich Stadt und Landkreis darin, etwas „Vernünftiges zu bauen“ und dafür auch die Kosten zu übernehmen, die sich wohl auf 500000 Euro beziffern.

Bis zum 23. Juli besteht die Gelegenheit, die Entwürfe und Modelle im Emslandmuseum zu besichtigen.

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