Taten im Rausch Mit Messer gedroht: Bewährung für 18-Jährigen aus südlichem Emsland

Das Jugendschöffengericht am Amtsgericht Lingen verurteilte 18-Jährigen unter anderem wegen versuchter Nötigung und Hausfriedensbruch zu acht Monaten auf Bewährung. Die Taten beging der junge Mann, als er betrunken war. Foto: Patrick Pleul/dpaDas Jugendschöffengericht am Amtsgericht Lingen verurteilte 18-Jährigen unter anderem wegen versuchter Nötigung und Hausfriedensbruch zu acht Monaten auf Bewährung. Die Taten beging der junge Mann, als er betrunken war. Foto: Patrick Pleul/dpa

Lingen. Er bedrohte in Rheine Supermarkt-Angestellte mit einem Messer und betrat trotz Hausverbots das Rathaus in Spelle. Nun erhielt ein 18-Jähriger eine Bewährungschance vom Amtsgericht Lingen.

Sein massiver Alkohol- und Drogenmissbrauch ist nach Einschätzung eines 18-Jährigen daran schuld, dass er jetzt vom Jugendschöffengericht wegen versuchter Nötigung und Hausfriedensbruchs sowie unter Einbeziehung zweier Urteile zu einer Jugendstrafe von acht Monaten auf Bewährung verurteilt wurde.

Supermarkt-Mitarbeiter mit Messer bedroht

Der 18-Jährige hatte an einem Oktoberabend 2016 in einem Supermarkt in der Rheinenser Innenstadt zunächst eine Kassiererin angepöbelt, weil es ihm an der Kasse nicht schnell genug ging. Er räumte ein, die hinzugerufenen Ladendetektive mit einem ausgeklappten Messer und den Worten „Ich will euch nicht abstechen“ aufgefordert zu haben, zu verschwinden. An den Vorfall erinnern könne er sich allerdings nicht, er sei ziemlich betrunken gewesen. Ein Atemalkoholtest hatte einen Wert von 1,54 Promille ergeben.

Hausverbot im Rathaus Spelle

Die Anklageschrift warf dem Arbeitslosengeld-II-Bezieher weiter vor, im Dezember 2016 trotz eines dreimonatigen Hausverbots das Rathaus in Spelle betreten zu haben, um sich Gutscheine vom Amt zu holen. Der Angeklagte verwies darauf, dass er während des Hausverbots zumeist einen Bevollmächtigten zum Amt geschickt habe. Am Tattag habe aber keiner Zeit für ihn gehabt, daraufhin habe er zunächst im für ihn zuständigen Fachbereich angerufen, seinen Namen genannt und gefragt, ob er dennoch vorbeikommen könne.

Hausverbot wegen Beschimpfungen

Die Antwort am Telefon sei positiv ausgefallen, aus den Räumen des Rathauses sei er aber wegen des Hausverbotes verwiesen worden. Der zuständige Verwaltungsmitarbeiter dementierte, zuvor vom Angeklagten angerufen worden zu sein. Der Aufforderung, das Rathaus zu verlassen, sei er aber sofort friedlich nachgekommen. Grund für das Hausverbot war die unflätige Beschimpfung von Verwaltungskollegen gewesen.

Warten auf Therapieplatz

Zwei Wochen Jugendarrest, die zuvor gegen ihn verhängt worden waren, hätten ihm die Augen geöffnet, sagte der Angeklagte nun vor Gericht. „Im Knast will ich nicht enden“, unterstrich der 18-Jährige, der bis zum Arrest neben Alkohol auch Marihuana sowie verschiedene chemische Substanzen konsumiert hatte. Jetzt warte er auf einen stationären Therapieplatz und werde zwischenzeitlich eine berufsvorbereitende Maßnahme absolvieren, damit er keine Zeit habe, auf dumme Gedanken zu kommen.

Das Gericht unterstellte ihn einem Bewährungshelfer. Die Kammer erlegte ihm auf, eine stationäre Alkohol- und Drogentherapie zu absolvieren sowie wöchentlich 20 Stunden gemeinnützige Dienste abzuleisten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


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