Neues Präsidium gefunden Deutsch-Hispanische-Gesellschaft in Lingen verhindert Auflösung

Von Wilfried Roggendorf

Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone (2. von rechts) dankte dem bisherigen Präsidium der Deutsch-Hispanischen-Gesellschaft mit (von links) Wolfhard Schmidt, Bruno Ghibely, Ellen Böhm und Klaus Dieter Behrendt für die geleistete Arbeit. Foto: Deutsch-Hispanische-GesellschaftLingens Oberbürgermeister Dieter Krone (2. von rechts) dankte dem bisherigen Präsidium der Deutsch-Hispanischen-Gesellschaft mit (von links) Wolfhard Schmidt, Bruno Ghibely, Ellen Böhm und Klaus Dieter Behrendt für die geleistete Arbeit. Foto: Deutsch-Hispanische-Gesellschaft

Lingen. Ausgerechnet zum 25-jährigen Bestehen hat der Deutsch-Hispanischen-Gesellschaft in Lingen das Aus gedroht. Erst nach einer flammenden Rede von Bernd Landsberg haben sich drei Mitglieder bereit erklärt, die Präsidiumsarbeit zu übernehmen.

Die im Januar 1992 gegründete Gesellschaft hat aktuell 58 Mitglieder. „Unser primäres Ziel ist die Völkerverständigung“, erklärte der bisherige Präsident Wolfhard Schmidt. Er hatte die Idee einer Deutsch-Hispanischen-Gesellschaft (DHG) von seinem damaligen Arbeitgeber Bayer aus Dormagen mit nach Lingen gebracht. Die Gründung vor 25 Jahren sei problemlos verlaufen, erklärte Schmidt. „Aber nur im eigenen Saft brachte das nicht viel. Wir brauchten eine Städtepartnerschaft“, erinnerte sich der Präsident der Gesellschaft an die Anfangsjahre. Nach zwei gescheiterten Anläufen mit anderen spanischen Kommunen sei dann 1998 in Lingen die Partnerschaftsurkunde mit der Stadt Salt unterzeichnet worden.

Reges Vereinsleben

Danach habe sich ein reges Vereinsleben entwickelt, sagte Vizepräsidentin Ellen Böhm. So habe die DHG viele Veranstaltungen mit Vorträgen über Spanien, aber auch den latein- und mittelamerikanischen Raum, durchgeführt. Zudem habe es viele gegenseitige Besuche und einen regen Austausch mit Salt gegeben. „Dabei sprechen die wenigsten unserer Mitglieder Spanisch. Entscheidend ist das Interesse an der Kultur und der Lebensweise“, erklärte Schmidt.

Drei Mitglieder durch Rede überzeugt

Doch ausgerechnet nach 25 Jahren drohte der DHG das Aus: Präsident Schmidt, Vizepräsidentin Böhm und auch Schatzmeister Walter Staudacher standen aus den unterschiedlichsten Gründen für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung. „Ich habe geglaubt, dass wir keinen Vorstand mehr zusammenkriegen“, erklärte Böhm. Doch auf der Mitgliederversammlung der DHG kam es anders. Bernd Landsberg habe eine „flammende Rede“ gehalten. „Ich habe das Bild des Osterfeuers bemüht“, erklärte Landsberg. „Die Flamme des Osterfeuers ist schön, aber auch die Glut gibt etwas her“, sei Tenor seiner Rede gewesen. Schmidt erklärte, dieser Appell, die Ansprüche an die Möglichkeiten anzupassen, habe drei Mitglieder dann doch überzeugt. Mit Christoph Böckmann als Präsident, Anneliese Hanelt als Vizepräsidentin und Christine Kurtzok als Schatzmeisterin hätte sich ein neues Präsidium gefunden. „Ich denke, dass dies eine optimale Lösung ist“, freute sich Schmidt.

Schulpartnerschaften als Schwerpunkt

Die weitere Entwicklung der DHG sei schwer vorherzusagen, erklärte der ehemalige Präsident. Allerdings könnte die Förderung von Schulpartnerschaften ein Schwerpunkt der Arbeit sein. Derzeit gebe es ein partnerschaftliches Projekt zwischen dem Instituto Salvador Sunyer Salt und den Berufsbildenden Schulen Wirtschaft Lingen, das von der DHG gefördert werde. „Jedes weitere Mitglied sei für die Entwicklung der DHG hilfreich“, erklärte Schmidt. Weitere Informationen und ein Aufnahmeformular gebe es auf der Homepage der Gesellschaft www.dhg-lingen.de.