Verein „pro:connect“ Integration durch Bildung und Arbeit Thema in Lingen

Über die Arbeit des Vereins „pro:connet“ informierte Werner von Jeddeloh (links). Für die Mitglieder der Rotary-Club, Round Table und Lions-Club bedankten sich Uwe Vollmer, Ansgar Brinker und Michael Adams Foto: Johannes FrankeÜber die Arbeit des Vereins „pro:connet“ informierte Werner von Jeddeloh (links). Für die Mitglieder der Rotary-Club, Round Table und Lions-Club bedankten sich Uwe Vollmer, Ansgar Brinker und Michael Adams Foto: Johannes Franke

Lingen. Werner von Jeddeloh, Gründungsvorsitzender des Vereins „pro:connect“ der Stadt Oldenburg und des Landkreises Ammerland, hat in Lingen Rotarier-, Lions- und Round-Table-Mitglieder über die Vereinsidee und das Projekt der Flüchtlingsinitiative informiert.

„Viele Flüchtlinge brennen darauf, endlich ihr Geld selbst verdienen und ein normales Leben führen zu können“, sagte der Referent im Hotel „Am Wasserfall“. Bei „pro:connect“ sollen Fachleute aus Jobcentern und Ausländerbehörden von Stadt und Landkreis Fragen rund um die Arbeitserlaubnis, Arbeitsplätze oder Praktika schnell und kompetent beantworten.

„Wir brauchen geeignete Arbeitskräfte“

Vielen Unternehmern sei auch aufgrund des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels daran gelegen, Asylbewerbern dabei zu helfen in Deutschland Fuß zu fassen. „Je schneller sie integriert sind, umso besser für alle Beteiligten“, sagt Werner von Jeddeloh, und verweist auf die Chancen für beide Seiten: „Wir brauchen dringend geeignete Arbeitskräfte, und die Flüchtlinge möchten ein normales Leben führen.“

Unternehmer und Privatpersonen

Was liegt da näher, als sich mit anderen zusammen zu tun und aktiv zu werden? Die Service-Clubs in Oldenburg und im Ammerland sowie viele engagierte Unternehmen und Privatpersonen sorgen für die finanzielle Basis und bringen sich persönlich ein. In einem Netzwerk gemeinsam stark zu sein, ist die Idee des gemeinnützigen Vereins, der durch privat-öffentliche Förderinitiativen und Spenden finanziert wird.

„Komplexe Rechtslage“

Wichtig für die Flüchtlinge sei die deutsche Sprache, „denn nur wer Deutsch spricht, wird sich schnell integrieren, sowohl beruflich als auch privat“, ist Jeddeloh überzeugt. Doch die komplexe Rechtslage mache vielen Geflüchteten, aber auch potentiellen Arbeitgebern einen Strich durch die Rechnung. Fragen wie Bleibestatus, Arbeitserlaubnis, Sprachkurse, Berufsabschluss, Fortbildungsmaßnahmen seien zu klären, wobei Behörden und Institutionen nicht immer an einem Strang zögen und Fragen lange Zeit unbeantwortet blieben. „Das sei zu aufwendig für viele Unternehmen, weil die Bemühungen an vielen Behördenvorschriften scheitern würden“, findet Jeddeloh. Wichtiges Potenzial ginge dabei verloren.

„Für dieses Thema brenne ich“

Die Botschaft von „pro:connect“ laute, Menschen zusammen zu bringen. „Für dieses Thema brenne ich“, so Jeddeloh. Geld sei vorhanden und wichtig, aber dem Verein gehe es um die schnell zu vermittelnden Kontakte. Doch die Bearbeitung der Asylanträge sei immer noch zu zeitaufwändig. Dabei könnten die Anträge für Geflüchtete aus Syrien, Irak, Iran, Eritrea oder dem Sudan mit 99,7 Prozent innerhalb von 48 entschieden werden. Doch die die vielen Rechtskreise und Datenschutzvorschriften seien problematisch und dienten nicht der Prozessbeschleunigung.

Ehrenamtliches Engagement

Hier setzt der Verein an, damit Asylsuchende möglichst schnell „in Arbeit kommen.“ Ohne ehrenamtliches Engagement gehe das jedoch nicht, damit das fehlende Beschleunigungspotential in den Institutionen und Behörden kompensiert werde. „Wir in den Service-Clubs haben doch alle die gleiche Zielrichtung, nämlich zu helfen, national und international.“ Transparente Öffentlichkeitsarbeit sei notwendig, ganz früh bei den Geflüchteten anzusetzen. Die Erfolge geben dem Verein Recht. „Jeden Euro, den wir für verschiedenste Maßnahmen ausgeben, holen wir drei Mal durch gesparte Förder- und Sozialleistungen wieder rein“, rechnet Jeddeloh an Beispielen vor.

Idee für Lingen?

Rotary- und Lions Clubs sowie Round Table wollen überlegen, ob „pro:connect“ auch für Lingen und die Region eine Idee mit Vorbildcharakter zur Integration und Unterstützung von Flüchtlingen in diesem Sinne werden könne. So fassten es Uwe Vollmer, Michael Adams und Ansgar Brinker für den gemeinsamen Abend der drei Service-Clubs zusammen.


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