Zeit für die Familie Regeln beim Besuch nach der Geburt im Lingener Krankenhaus

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Dr. Manfred Johnscher, Chefarzt der Geburtshilfe und Gynäkologie, Andrea Dobbe (Stationsleitung) und Elena Tschernow (rechts), Oberärztin der Geburtshilfe und Gynäkologie, betreuen Schwangere, Gebärende und Mütter im Bonifatius-Hospital Lingen. Foto: Jessica LehbrinkDr. Manfred Johnscher, Chefarzt der Geburtshilfe und Gynäkologie, Andrea Dobbe (Stationsleitung) und Elena Tschernow (rechts), Oberärztin der Geburtshilfe und Gynäkologie, betreuen Schwangere, Gebärende und Mütter im Bonifatius-Hospital Lingen. Foto: Jessica Lehbrink

Lingen. Familie, Freunde, Bekannte: Alle wollen gerne den neuen Erdenbürger und die stolzen Eltern nach der Geburt im Krankenhaus besuchen. Im Bonifatius-Hospital gibt es für die Besucher dabei gewisse Regeln.

„Uns ist es wichtig, dass die Familie Zeit hat, sich, beziehungsweise den Nachwuchs, kennenzulernen“, sagt Stationsleiterin Andrea Dobbe. Zudem, berichtet der Chefarzt der Geburtshilfe und Gynäkologie Dr. Manfred Johnscher, werden die Liegezeiten im Krankenhaus immer kürzer. Aus diesem Grund und wegen der aufkeimenden Unruhe, die für Mutter und Kind bei zu großen Besuchergruppen entstand, entschied sich das Bonifatius-Hospital für eine Einführung von Besucherregeln – auch auf Wunsch der Mütter. Gerade während des Stillens sei Ruhe für Mutter und Nachwuchs wichtig, erläutert Johnscher weiter.

Besucherorte für Verwandte, Freunde und Bekannte

Nach einer Umfrage unter den Schwangeren und Eltern wurden dann Regeln zu den Besuchen bestimmt. „In die Zimmer dürfen Partner, Großeltern und Geschwisterkinder“, erklärt Dobbe. Alle Besucher müssen sich jedoch vorab an der Information der Station anmelden. Die Mutter, beziehungsweise die Eltern, können daraufhin entscheiden, ob und auch wann sie ihre Angehörigen und Freunde empfangen möchten. Wird der Besuch angenommen, wird die Mutter allerdings gebeten, ihr Zimmer – in der Regel nimmt sie ihr Kind mit– zu verlassen und einen der Besucherorte auf der Station zu nutzen. Diese sind insbesondere für Verwandte, Freunde und Bekannte gedacht sind.

Gemütliche Atmosphäre

So gibt es einen extra Treffpunkt, also einen Besucherraum, in dem, laut Dobbe, drei bis vier kleinere Besuchergruppen platznehmen können. Aber auch mehrere auf der Station verteilte Nischen stehen den Eltern und ihren Besuchern zu Verfügung. Dabei legt das Personal des Bonifatius-Hospitals großen Wert auf Gemütlichkeit: „Die Frauen sollen ein wenig das Gefühl von zu Hause vermittelt bekommen und nicht etwa die ‚typische‘ Krankenhausatmosphäre“, meint Dobbe. Ein Fußboden in Holzoptik sowie warme Farben, gemütliche Möbel und ein extra Stillzimmer sollen ihren Teil dazu beitragen.

Flexibilität bei der Zimmerwahl

Auch was den Aufenthalt hinsichtlich der Zimmer anbelangt, gestaltet es sich im Bonifatius-Hospital flexibel. Sei es das gängige Zweibettzimmer, ein Familienzimmer, bei dem sich der Partner ebenfalls auf dem Zimmer einrichten kann, oder auch ein Einzelzimmer: Jede Frau kann sich individuell entscheiden.

Für ein Einzelzimmer entschied sich Carina Duisen aus Beesten, als sie und ihr Mann Norbert ihren dritten Sohn Hugo erwarteten. „Ich hatte mir zu Weihnachten ein Einzelzimmer gewünscht“, erzählt die 36-Jährige. So habe sie ihre Ruhe gehabt. Schließlich nehme man in einem klassischen Zweibettzimmer stets Rücksicht auf seine Bettnachbarin. „Es war eine lohnende Investition“, bestätigt Carina Duisen.

Bereits 300 Geburten bis März

Bei mehr als 1100 Geburten jährlich und bereits 300 bis März dieses Jahres ist Johnscher sehr zufrieden mit der Einhaltung der Besucherregeln. „Es funktioniert wirklich sehr gut und hat sich schnell eingestellt“, äußert sich der Chefarzt. Zudem hätte sich der Trend von allein in die Richtung entwickelt, dass die Besucher ihre Personenanzahl in der Gruppe reduzieren, um Mutter und Kind zu schonen.

Dazu gehört eine tägliche Mittagsruhe, und zwar von 13 bis 14.30 Uhr.


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