Antrag der RWE Lingener Kraftwerke wollen weiter Wasser aus Kanal entnehmen

Die Genehmigung zur Kühlwasserentnahme für die Lingener Kraftwerke der RWE aus dem Dortmund-Ems-Kanal (im Bild das Kernkraftwerk Emsland) soll verlängert werden. Foto: Carsten van BevernDie Genehmigung zur Kühlwasserentnahme für die Lingener Kraftwerke der RWE aus dem Dortmund-Ems-Kanal (im Bild das Kernkraftwerk Emsland) soll verlängert werden. Foto: Carsten van Bevern

Lingen. Die Stadt Lingen hat keine Einwände gegen den Antrag der RWE, weiterhin Kühlwasser für die Lingener Kraftwerke aus dem Dortmund-Ems-Kanal zu entnehmen. Dies hat Stadtbaurat Lothar Schreinemacher jetzt im Umweltausschuss mitgeteilt. Auch die Erlaubnis zur Wasserentnahme aus dem Kanal für das Speicherbecken Geeste soll verlängert werden.

Die Stadt Lingen war vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz zur Abgabe einer Stellungnahme aufgefordert worden. Die Behörde ist für die Bewilligung der RWE-Anträge zuständig. Hintergrund dieser Anträge ist, dass die bestehenden, auf 30 Jahre befristeten, Genehmigungen zur Wasserentnahme für das Kernkraftwerk Emsland (KKE) im November 2017 und für das Befüllen des Speicherbeckens im Februar 2018 auslaufen.

Abkling- und Rückbauphase des Kernkraftwerkes

Jetzt hat die Kernkraftwerke Lippe-Ems (KLE) GmbH als Betreiber des KKE beantragt, weitere 20 Jahre lang Wasser entnehmen zu dürfen. Bis 2022, dann ist die Abschaltung des KKE geplant, sollen wie bislang jährlich maximal rund 40 Millionen Kubikmeter Wasser entnommen werden dürfen. Diese Menge soll auch im Übergangsjahr 2023 gelten. Ab 2024 hat die KLE für die Nachkühlung und folgenden Rückbauarbeiten eine maximale Wasserentnahme von acht Millionen Kubikmeter pro Jahr beantragt. Schreinemacher erläuterte auf Nachfrage von Thomas Kühle (Grüne), wie der 20-Jahres-Zeitraum begründet werde. „Noch fünf Jahre ist das KKE in Betrieb, dann folgt ein Übergangsjahr, eine rund fünfjährige Abkling- und eine etwa zehn Jahre dauernde Rückbauphase“, sagte der Stadtbaurat.

Wasserverluste durch Verdunstung in den Kühltürmen

Für weitere 30 Jahre hat RWE beantragt, Wasser zum Befüllen des Speicherbeckens Geeste aus dem Dortmund-Ems-Kanal entnehmen zu dürfen. Das Speicherbecken dient dazu, bei Niedrigwasser die durch Verdunstung in den Kühltürmen der Kraftwerke entstehende Wasserverluste durch Einspeisung in den Kanal zu ersetzen. Diese Entnahme soll aber um die Hälfte auf jährlich maximal rund 23 Millionen Kubikmeter reduziert werden. Die längere Laufzeit der beantragten Genehmigung für die Wasserentnahme am Speicherbecken Geeste begründete Schreinemacher damit, dass dieses auch die Wasserverluste durch die Kühltürme der Lingener Gaskraftwerke ausgleiche.


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