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07.04.2017, 17:53 Uhr DISKUSSION ÜBER SOZIALPASS

Initiative in Lingen hat ihr Ziel erreicht

Ein Kommentar von Thomas Pertz


Setzen sich für einen Sozialpass in Lingen ein: Christian Weinstock und Ralf Czogalla (von links). Foto: Thomas PertzSetzen sich für einen Sozialpass in Lingen ein: Christian Weinstock und Ralf Czogalla (von links). Foto: Thomas Pertz

Lingen. Einen beachtlichen Erfolg hat die Initiative für die Einführung eines Sozialpasses in Lingen erziel, meint der Kommentator.

Einen beachtlichen Erfolg hat die Initiative für die Einführung eines Sozialpasses in Lingen erzielt. Sie hat die Ausgrenzung von Bürgern ohne Kinder, insbesondere ältere Alleinstehende, beendet, die die Vergünstigungen des Familienpasses bisher nicht in Anspruch nehmen können. Sie hat außerdem das Thema Armut und deren Folgen in den Vordergrund gerückt. Jens Beeck dürfte mit seiner Einschätzung recht haben, dass die Zahl derer, die davon betroffen sind, weitaus höher ist als die aktuell 3000 Empfänger von Grundsicherung im Alter im Landkreis Emsland.

Wenn Menschen aus einem Schamgefühl heraus den Antrag nicht stellen, dann wollen sie aber möglicherweise auch keinen „Sozialpass“ zücken, um Vergünstigungen unterschiedlicher Art zu nutzen. An diesem Begriff sollte sich die Gruppe um Rolf Czogalla und Christian Weinstock deshalb nicht festklammern. Ein „Lingen-Pass“ wäre da besser: Wer ihn in der Hand hält, kann alles Mögliche sein, Familienmensch oder alleinstehend.

Da im Ausschuss auch erkennbar wurde, dass die finanzielle Ausstattung eines erweiterten Passes mit den nun eingeplanten 15000 Euro für das Haushaltsjahr 2018 nicht das letzte Wort sein muss, bleibt abzuwarten, ob die Gruppe um Czogalla das Bürgerbegehren bis zum Ende durchziehen will. Am Ziel ist sie nämlich jetzt schon.


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