Sitzung des Verwaltungsausschusses Seniorenwahl in Lingen soll nicht wiederholt werden

Für Diskussionsstoff sorgte auch die Wahlliste zur Wahl des Vorstandes der Seniorenvertretung. Das Archivbild zeigt Erwin Heinen, Seniorenberater der Stadt Lingen, mit dem Stimmzettel. Foto: Thomas PertzFür Diskussionsstoff sorgte auch die Wahlliste zur Wahl des Vorstandes der Seniorenvertretung. Das Archivbild zeigt Erwin Heinen, Seniorenberater der Stadt Lingen, mit dem Stimmzettel. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Der Verwaltungsausschuss der Stadt Lingen hat sich nach Informationen der Redaktion mehrheitlich dagegen ausgesprochen, die Wahl zum Vorstand der Seniorenvertretung vom 8. März 2017 zu wiederholen. Das Thema steht auch auf der Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Familie, Soziales und Integration am 6. April 2017.

Wie berichtet, hatte es über den Ablauf der Wahl zum Vorstand der Seniorenvertretung mehrere Beschwerden von Bürgern gegeben. Die Stadtverwaltung kündigte deshalb am 20. März an, dass sie den Hinweisen nachgehen werde. Wenn sich diese bestätigen sollten, werde die Wahl möglicherweise zeitnah wiederholt, teilte die Verwaltung mit. Aus diesem Grunde wurde auch die konstituierende Sitzung des neuen Vorstandes der Seniorenvertretung verschoben.

Über 12000 waren wahlberechtigt

Die Seniorenvertretung in der Stadt Lingen gibt es seit 1988. Ihre Mitglieder spiegeln mehr als 50 Vereine, Verbände, Institutionen und Gruppen wider, die innerhalb ihrer Organisation Seniorenarbeit betreiben. Diese Mitglieder haben in der Vergangenheit den Vorstand der Seniorenvertretung, auch Sprechergruppe genannt, gewählt. Erstmals sollte dieser Vorstand nun direkt von den Bürgern gewählt werden. Wahlberechtigt waren alle Einwohner der Stadt, die das 60. Lebensjahr vollendet haben – mehr als 12000.

Die Wahl selbst fand an jenem Mittwoch aber nur zwischen 15.30 und 17 Uhr statt. Bürger, die später kamen oder nur am Vormittag Zeit hatten, konnten ihre Stimme nicht abgeben.

Ein Lingener Bürger, der aufgrund früherer beruflicher und ehrenamtlicher Tätigkeiten mit der Organisation von Wahlen vertraut ist und selbst am Wahltag im Rathaus seine Stimme abgab, kritisierte im Gespräch mit unserer Redaktion den Ablauf im Rathaus scharf. Man könne nur mit dem Kopf schütteln, wie diese abgelaufen sei. Von einer geheimen Wahl kann nach seinen Worten keine Rede sein. Eine Wahlkabine ist nach Informationen unserer Redaktion erst später aufgestellt worden. Stimmenzähler sammelten vorher die Wahlzettel ein.

Kritik an der Reihenfolge der Kandidaten

Kritik gab es auch an der Reihenfolge der Kandidaten auf diesem Wahlzettel selbst. 19 Bewerber standen darauf. Die Reihenfolge der Bewerber sei ausgelost worden, hatte es vor der Wahl aus dem Rathaus geheißen. Tatsächlich hatte die Sprechergruppe der Senioren dem Vernehmen nach die ersten sechs Namen mit den bisherigen Vorstandsmitgliedern aber gesetzt. Nur die 13 folgenden Kandidaten wurden gelost. Da auch keine ordentlichen Wahllisten geführt worden seien, sei auch nicht klar, ob jemand eine oder möglicherweise mehrere Stimmen abgegeben habe, sagte der Teilnehmer der Wahl. „Ich habe einen Bekannten, der hat jetzt noch einen Stimmzettel, obwohl er bereits gewählt hat“, sagte er. Nach Informationen unserer Redaktion sind die Kritikpunkte in der Sitzung des Verwaltungsausschusses auch noch einmal zur Sprache gekommen. Für die nächste Wahl des Vorstandes der Seniorenvertretung sollen Richtlinien erarbeitet werden, hieß es weiter.

Zu den Ergebnissen und auch zu den Abläufen an dem Wahltag werden ein Mitglied des aktuellen Vorstandes der Seniorenvertretung sowie die Verwaltung vortragen, heißt es in der Vorlage der Verwaltung zur Sitzung des Ausschusses an diesem Donnerstag , 6. April 2017, um 16 Uhr im Rathaus.

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