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"RadiJOH"-Macher feiern zehnten Geburtstag

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Am Freitag kurz vor Mittag, 11.25 Uhr. Die zweite große Pause im Johanneum beginnt. Quatschen ist jetzt unter den Kindern und Jugendlichen weniger angesagt, dafür Zuhören. "RadiJOH" ist "On Air", wie draußen über der Tür zu lesen ist. Das Schülerradio des Lingener Gymnasiums geht wieder auf Sendung.

Das "RadiJOH"-Team serviert montags, mittwochs und freitags die neuesten Nachrichten und Geschehnisse aus der Schule, eingebettet in einen Mix aus aktuellen Hits und Ohrwürmern, die müden Schülern Beine machen.

Und das auf engstem Raum. In dem kleinen, schallisolierten Zimmer stehen Computer, CD- und Kassettendecks sowie ein mehrkanaliges Mischpult. Die Technik ist professionell, ihre Benutzer sind es ebenso.

"Etwa 35 sind wir, aus der achten bis zwölften Klasse", erzählen Johannes Striet, Sebastian Schonhoff und Konstantin Maier. "Wir", das sind aber eigentlich viel mehr. Seinen zehnten Geburtstag feiert das "RadiJOH" am nächsten Freitag ( 27. Januar). Zahlreiche, inzwischen erwachsene ehemalige Schüler des Johanneums fühlen sich "ihrem" Schulradio auch heute noch eng verbunden. Oder haben ihr Hobby aus diesen Jahren zum Beruf gemacht. Steffen Haas zum Beispiel. Lange war er beim "RadiJOH" dabei. Heute macht er in Frankfurt eine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker.

1996 ging "RadiJOH" erstmals auf Sendung. Rund 5000 DM kostete die Anlage damals. Im Laufe der Jahre wurde sie ständig erweitert. Auf "Pi mal Daumen 10000 Euro", schätzt Sebastian Schonhoff ihren Wert heute ein. Inzwischen hat sich diese Schüler AG innerhalb des Johanneums zu einer äußerst professionell arbeitenden "Firma" gemausert. Verschiedene Teams arbeiten an der Sendung, wirken vor und hinter dem Mikrofon. Das "RadiJOH" besitzt auch einen festen Sendeplatz auf der Ems-Vechte-Welle - alle vier Wochen donnerstags um 19 Uhr.

"Zum Erwachsenwerden gehört mehr, als nur Goethe und Schiller gelesen zu haben", begründet Schulleiterin Alheide Röttger die Unterstützung für das Schülerradio seitens des Kollegiums. Mit Jürgen Kock steht den Kindern und Jugendlichen ein Lehrer zur Seite, der wie sein Vorgänger Martin Krämer um die enormen Chancen weiß, die mit "RadiJOH" verbunden sind.

Rund um Mikrofon und Lautsprecher hat die Schüler AG verschiedene Tätigkeiten gruppiert, Blaupausen künftiger Berufe: Programme werden erstellt, Werbestrategien für Veranstaltungen wie die Mittelstufenfete entwickelt, Kabel verlegt, ein Design für Flyer entworfen oder eine Homepage gestaltet.

Gleichzeitig festigt jede Sendung Schlüsselqualifikationen: Teamfähigkeit, Konfliktvermeidung. "Wir haben hier Schüler, auf die man sich verlassen kann. Wir sind sehr stolz auf sie", sagt Rektorin Röttger.

11.40 Uhr, der Gong ertönt, die zweite große Pause ist zu Ende. Im Studio werden die Regler heruntergefahren, der PC abgeschaltet, die rote Lampe "On Air" erlischt. Das "RadiJOH" ist aus. Aber nur für ein paar Tage. Dann ist Party angesagt... .


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