Mittwoch im Rathaus Senioren in Lingen wählen erstmals Sprechergruppe direkt

Erwin Heinen, Seniorenberater der Stadt Lingen, mit dem Stimmzettel zur ersten Direktwahl der Seniorenvertretung in Lingen. Die Reihenfolge der Kandidaten auf dem Stimmzettel wurde gelost. Foto: Thomas PertzErwin Heinen, Seniorenberater der Stadt Lingen, mit dem Stimmzettel zur ersten Direktwahl der Seniorenvertretung in Lingen. Die Reihenfolge der Kandidaten auf dem Stimmzettel wurde gelost. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Neue Wege geht die Stadt Lingen an diesem Mittwoch mit der Wahl des Vorstandes der Seniorenvertretung direkt durch die Bürger. Wahlberechtigt sind Männer und Frauen mit Wohnsitz in Lingen, die mindestens 60 Jahre alt sind.

Die Seniorenvertretung in der Stadt Lingen gibt es seit 1988. Ihre Mitglieder spiegeln mehr als 50 Vereine, Verbände, Institutionen und Gruppen wider, die innerhalb ihrer Organisation Seniorenarbeit betreiben. Diese Mitglieder haben in der Vergangenheit den Vorstand der Seniorenvertretung, auch Sprechergruppe genannt, gewählt. Die Dauer der Wahlperiode deckte sich mit derjenigen des Stadtrates, um eine Anbindung der Seniorenvertretung an die politischen Gremien und deren Vertreter zu erreichen. Kraft Amtes gehören die Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Familie und Integration und der Behindertenbeauftragte der Stadt Lingen der Seniorenvertretung mit beratender Stimme an.

Engagement in Projekten

Wie Seniorenberater Erwin Heinen von der Stadtverwaltung im Gespräch mit unserer Redaktion erläuterte, hat sich aber im Laufe der Jahre gezeigt, dass die Wahl des Vorstandes durch die Mitglieder der Seniorenvertretung nicht mehr zeitgemäß ist. Viele Senioren seien heute nicht mehr automatisch in Vereinen aktiv: „Sie engagieren sich gern in Projekten, aber nicht unbedingt in einem Verein“. Vor diesem Hintergrund folgt die Stadt Lingen nun anderen Kommunen, wie zum Beispiel Delmenhorst, und lässt den Vorstand der Seniorenvertretung nicht über die Mitglieder aus den Vereinen und Verbänden, sondern direkt von den wahlberechtigten Bürgern wählen. Das sind alle Einwohner der Stadt, die das 60. Lebgensjahr vollendet haben – derzeit nach Angaben von Heinen über 12000.

Vertretung besteht aus elf Bürgern

Die Wahl findet an diesem Mittwoch um 15.30 Uhr im Rathaus statt. Der Vorstand der Seniorenvertretung wird aus elf Bürgern bestehen, die aus ihren Reihen dann die Positionen des Vorsitzenden und der Stellvertretung wählen. „Es haben sich 19 Kandidatinnen und Kandidaten gemeldet, das ist ein gutes Ergebnis“, freute sich Heinen über die Resonanz auf den Aufruf, im Vorstand mitzumachen. Die acht Bewerber, die nach der Wahl des elfköpfigen Gremiums nicht gewählt worden sind, sind unter anderem Nachrücker beim Aussscheiden von Mitgliedern. Auch können sie nach Angaben von Heinen in Arbeitsgemeinschaften der Seniorenvertretung mitmachen.

Diese hat sich auch eine neue Satzung gegeben. Bislang setzte sich die Seniorenvertretung „zusammen aus den in der Stadt Lingen in der Seniorenarbeit tätigen Organisationen“. Damit fiel den Worten des Seniorenberaters zufolge zum Beispiel die Lingener Tafel heraus – obwohl dort viele Senioren ehrenamtlich arbeiten. Deshalb heißt es nun, dass in der Sozial- und Seniorenarbeit tätige Vereine auf Antrag Mitglieder sein können. „Wir wollen mehr Menschen erreichen“, beschrieb Heinen das Ziel. Barrierefreiheit und die Teilhabe an Bildungsangeboten nannte er als zwei wichtige Aufgaben der Seniorenvertretung in Lingen in der Zukunft.

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Die Kandidaten für die Wahl zur Seniorenvertretung: Ursula Ramelow, Johannes Thelen, Gustav Dietrich, Walter Ahlrichs, Heinrich Feldmann, Gerhard Hoffschroer, Edeltraud Sänger, Ingrid Hermes, Margret Overberg, Anna Jansen, Brigitte Brüggmann, Jürgen Dietrich, Wolf-Dieter Thal, Heinz-Peter Gebhardt, Jürgen Beranek, Michael Fuest, Johannes Ripperda, Meta Scharf, Gerhard Kastein.

Die Reihenfolge entspricht jener auf dem Stimmzettel. Sie wurde ausgelost.

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