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02.03.2017, 12:17 Uhr KOMMENTAR

Zur Sitzung im Kreishaus: Plattheiten der AfD nicht stehen lassen

Ein Kommentar von Thomas Pertz


Das Kreishaus in Meppen. Foto: Landkreis EmslandDas Kreishaus in Meppen. Foto: Landkreis Emsland

Meppen. Gut reagiert haben die anderen Mitglieder des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Integration auf die Bemerkungen des AfD-Vertreters, meint der Kommentator.

War die Frage von AfD-Vertreter Hartmut Krüger, ob im Landkreis deutsche Familien gegenüber muslimischen benachteiligt würden, nun dumm, dreist oder eine Mischung aus beidem? Die Reaktionen der anderen Kreistagsabgeordneten auf die substanzlosen Unterstellungen waren jedenfalls deutlich. Sie stellten in ihren Antworten richtig, was nicht in das politische Weltbild des Rechtspopulisten passt: Der Landkreis Emsland braucht keine Belehrungen in Sachen Familienfreundlichkeit– und ob die Mutter dabei Frauke oder Fatima heißt, spielt keine Rolle.

Der Verlauf der Diskussion im Kreishaus bot insbesondere bei den Themen Flüchtlinge und Integration einen Vorgeschmack darauf, auf was sich die anderen Parteien im emsländischen Kreistag in der noch jungen Wahlperiode einzustellen haben. Die Mitglieder dürfen die Plattheiten und Verdrehungen der AfD nicht im Sitzungssaal stehen lassen. Sie müssen Stellung beziehen, sich deutlich abgrenzen, verteidigen, was geleistet worden ist – auch in der Flüchtlingsarbeit.

Auf diese Weise stellen sie Fakten heraus, bevor sich „alternative Fakten“ in den Köpfen festsetzen. Wie dies gemacht werden kann, haben die anderen Mitglieder im Ausschuss vorgemacht.


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