Aktion des Freundeskreises Zum 30. Mal Hilfstransport aus Lingen in die Ukraine

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Lingen. Der Freundeskreis der Lingener Ukrainefahrer wird Mitte Mai zum 30. Mal Hilfsgüter nach Juskovzy und Lanovzy bringen. Das haben Hinrikus Ude und Hans-Joachim Wiedorn vom Freundeskreis in einem Gespräch mit der Redaktion angekündigt.

Eine fünfköpfige Gruppe wird sich dann mit einem 40-Tonnen-Lastwagen sowie mit zwei Begleitfahrzeugen auf den rund 1550 Kilometer langen Weg in die Westukraine machen. Die Gemeinde Juskovzy hat etwa 1700 Einwohner. In der sechs Kilometer entfernten Kreisstadt Lanovzy leben circa 38.000 Einwohner.

Die Beziehung zwischen der Stadt Lingen und Juskovzy beruht auf den Ereignissen aus den Jahren 1942 bis 1945. Damals waren 86 junge Männer aus dem ukrainischen Ort im Eisenbahnausbesserungswerk tätig. Zwei von ihnen, Wasili Ratuschko und Prokop Schafaruk, kamen 1991 auf Einladung von Oberbürgermeister Bernhard Neuhaus nach Lingen, um die Stätten ihrer Zwangsarbeit wiederzusehen. Nach Darstellung des Freundeskreises hatten die beiden gute Erinnerungen an Lingen und die Menschen, die damals hier lebten.

„Erteilung von Visa erleichtern“

Für Rat und Verwaltung der Stadt Lingen sei es Ehrensache, die Ukrainefahrer zu unterstützen, hoben Ude und Wiedorn hervor. „Im Sinne eines lebendigen Austausches wäre es wünschenswert, dass die Erteilung von Visa für ukrainische Staatsangehörige wegfällt oder zumindest erleichtert würde“, sagte Wiedorn.

Sie betonten, dass sich die Lage für die Menschen auch in der Westukraine durch den Krieg gegen die Separatisten in der Ostukraine drastisch verschlechtert habe. Auch junge Männer aus Juskovzy seien zum Kriegsdienst eingezogen worden. Ude: „In der Bezirksstadt Ternopil sind auf einer Wand Fotos von etwa 100 Gefallenen angeschlagen. Das geht an die Nieren.“

Flüchtlinge in verfallene Häuser einquartiert

Seinen Angaben zufolge halten sich zurzeit etwa 3000 Flüchtlinge im Bezirk Ternopil auf, darunter schätzungsweise 100 in Juskovzy und Lanovzy. „Die Flüchtlinge wurden in leer stehende, teilweise verfallenen Häusern einquartiert“, ergänzte Wiedorn.

Können Lingener Finanzierung von Rot-Kreuz-Schwester sicherstellen?

Natalya Derkevych ist Lehrerin an der Universität in Ternopil und seit vielen Jahren wichtigste Ansprechpartnerin für die Lingener Ukrainefahrer. Sie informierte jetzt die Lingener darüber, dass sich der ukrainische Staat aus der Finanzierung von mehreren Rot-Kreuz-Schwestern in der von den Lingenern aufgebauten Sozialstation in Lanovzy zurückzieht. „Die Rot-Kreuz-Schwestern leisten eine unverzichtbare Arbeit, indem sie per Fahrrad hilfebedürftige Menschen auch in Juskovzy besuchen“, betonte Wiedorn. Nach seinen Worten hat sich der DRK-Kreisverband Emsland bereit erklärt, für ein Jahr die Stelle einer Rotkreuzhelferin zu finanzieren. Damit die wichtige Arbeit fortgesetzt werden könne, habe Natalya Derkevych angefragt, ob der Freundeskreis die Finanzierung einer weiteren Helferin sicherstellen könne.

Wunsch nach weiteren Materialien für den Sportunterricht

Im Rahmen des nächsten Hilfstransportes im Mai sollen vor allem Pflegebetten und medizinische Geräte in die Ukraine gebracht werden. „Zudem würde sich die Schule in Juskovzy über verschiedenste Materialien für den Sportunterricht wie zum Beispiel weitere Bodenmatten, Bälle aller Art und Tischtennisschläger freuen“, erklärte Ude. Auch Geldspenden seien natürlich willkommen. Eine entsprechende Bescheinigung könne ausgestellt werden.


Aus Juskovzy (Ukraine) kam jetzt ein großes Dankeschön an die Spender in Lingen und Umgebung. Der Freundeskreis der Ukrainefahrer hatte im Dezember vorigen Jahres 850 Euro aus den Spendengeldern der Lingener Bevölkerung zur Schule in Juskovzy überwiesen, mit der Maßgabe, diese zweckgebunden für Lehr- und Lernmittel der Schule einzusetzen. Jetzt kam die Nachricht und der Dank, dass der Unterricht für die Kinder in der Schule mit neuen Wörterbüchern (deutsch, ukrainisch, englisch), einem Drucker, einem Globus für den Erdkundeunterricht, mit Matten für den Turnunterricht und einer kleinen Lautsprecheranlage neu gestaltet und verbessert werden kann. Die Lehrer bedanken sich für diese Sachen, von denen sie nicht zu träumen gewagt hatten.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN