Neues Konzept Stadtplanerin: Überangebot von Neubauten in Wietmarschen vermeiden

Meine Nachrichten

Um das Thema Lingen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Gemeinde Wietmarschen ist als Wohnstandort weiterhin sehr begehrt. Foto: Ludger JungeblutDie Gemeinde Wietmarschen ist als Wohnstandort weiterhin sehr begehrt. Foto: Ludger Jungeblut

Wietmarschen. Die Gemeinde Wietmarschen sollte beim Neubau von Wohnungen etwas auf die Bremse treten. Das hat Stadtplanerin Janine Constant vom Büro Schulten Stadt- und Raumentwicklung in Dortmund in der jüngsten Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses der Gemeinde Wietmarschen empfohlen.

Constant stellte in der Zusammenkunft im Rathaus in Lohne die Ergebnisse des Wohnraumversorgungskonzeptes für den Landkreis Grafschaft Bentheim vor und ging dabei vor allem auf die Situation in der Gemeinde Wietmarschen ein. Nach ihren Worten ist die Gemeinde hervorragend aufgestellt, um die Herausforderungen zu meistern. Vor allem junge Familien ziehe es in die Gemeinde, die nach dem starken Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre bis zum Jahr 2030 laut Prognose nochmals um sieben Prozent auf 12.867 Einwohner wachsen wird. Das ist ein Spitzenwert in der Grafschaft. Lediglich für den Kernbereich der Stadt Nordhorn wird bis 2030 ebenfalls eine Zunahme, und zwar von 3,4 Prozent erwartet, während in den Randlagen der Stadt ein Bevölkerungsrückgang von 5,2 Prozent prognostiziert wird.

Eigentumsquote beträgt in Wietmarschen 75 Prozent

Nach Angaben der Stadtplanerin belegt die Gemeinde Wietmarschen mit einer Eigentumsquote von 75 Prozent einen Spitzenwert. Zum Vergleich: In der Grafschaft beträgt die Quote insgesamt 68 Prozent, in Weser-Ems 55 Prozent und in Niedersachsen 51 Prozent. Das Dortmunder Büro ermittelte, dass von 2008 bis 2015 im Durchschnitt 70 Wohnungen in der Gemeinde Wietmarschen neu gebaut wurden. „Bis zum Jahr 2030 sollten es jährlich aber nicht mehr als 50 sein“, empfahl Janine Constant. Sie appellierte an die Kommune, verstärkt den Fokus auf die Pflege der alten Wohnquartiere zu richten, damit dort auch künftig Menschen wohnen.

„Mit Investoren gute Konzepte entwickeln“

Bedarf gebe es für weitere Seniorenwohnungen in zentraler Lage und für den Bau von Mietwohnungen für Personen mit schmalem Geldbeutel. Wenn die Gemeinde Eigentümer der Flächen sei, habe sie es in der Hand, mit Investoren gute Konzepte zu entwickeln.

„Weiter auf Familienfreundlichkeit setzen“

Bürgermeister Manfred Wellen betonte, dass sich die Gemeinde mit dem vorgelegten Wohnraumversorgungskonzept in ihrem Bestreben bestätigt sehe, notwendige Anpassungen vorzunehmen. Monika Wassermann (CDU) unterstrich die Notwendigkeit, weiter auf Familienfreundlichkeit zu setzen, aber zugleich die Älteren in den Blick zu nehmen.

„Verdichtete Bebauung wird schon umgesetzt

Ausschussvorsitzender Dieter Nüsse (CDU) betonte, dass im geplanten Baugebiet „Schafweg III“ mit fast 50 Bauplätzen in zentraler Lage in Lohne verstärkt auf verdichtete Bebauung gesetzt werde. Stefan Helming (CDU) meinte, dass Seniorenwohnanlagen eine Mindestgröße haben müssten, damit sie sich für die Investoren rechneten. Nach Ansicht von Wilfried Keuter (CDU) ist es Sache des Gesetzgebers, die Erstellung von Wohnungen für Niedrigeinkommensbezieher stärker zu fördern. Auch die gute wirtschaftliche Entwicklung habe dazu beigetragen, dass viele Menschen in der Gemeinde Wietmarschen leben wollten.

„Spezielle Lösungen für kleinere Ortsteile notwendig“

CDU-Fraktionsvorsitzender Heinz Bökers und SPD-Ratsherr Andre Olthoff vertraten die Auffassung, dass es für die kleineren Ortsteile der Gemeinde, wie zum Beispiel Füchtenfeld, spezielle Lösungen geben muss.

Mehr aus Wietmarschen lesen Sie in unserem Ortsportal.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN