Monatlicher Stammtisch in Lingen Nabu Emsland-Süd verdoppelt Mitgliederzahl

Von pm

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Im Stadtgebiet Lingens wurde die 40. Steinkauzröhre aufgehängt. Foto: Thomas WeberIm Stadtgebiet Lingens wurde die 40. Steinkauzröhre aufgehängt. Foto: Thomas Weber

Lingen. Groß ist die Resonanz auf die Mitgliederwerbeaktion des Naturschutzbundes Emsland Süd (Nabu) im Oktober 2016 gewesen: Wie die Naturschützer mitteilen, hat sich die Mitgliederzahl im südlichen Emsland mittlerweile auf 750 verdoppelt.

Auch beim Stammtisch im Lingener Kolpinghaus an der Burgstraße, der jeden dritten Dienstag im Monat um 19.30 Uhr stattfindet, mache sich das Interesse bemerkbar, erläutert Nabu-Vorsitzender Thomas Weber. Der Stammtisch, der vor einigen Jahren zunächst probeweise eingerichtet worden war, werde sogar so gut angenommen, dass man demnächst in einen größeren Raum ausweichen müsse. Manchmal stünden dort besondere Themen auf dem Programm, Reiseberichte oder die Vorstellung von Bestimmungsbüchern oder Spektiven. In der Regel hätten sich aber die offenen Gesprächsabende am besten bewährt. „Die Menschen machen sich Gedanken über ihre Umwelt, suchen Rat oder Unterstützung oder möchten einfach über spannende Erlebnisse in der Natur berichten“, sagt Weber.

Neue Fledermausart nachgewiesen

Zu den Kernthemen des Nabu im südlichen Emsland gehörte auch im vergangenen Jahr der Artenschutz. So wurden drei Fledermaus-Winterquartiere betreut, eines davon in der Alten Molkerei in Freren. Dabei geht es darum, die Besetzung zu kontrollieren und darüber zu wachen, dass frostfreie, ruhige und vor Beutegreifern geschützte Räume vorhanden sind. Für das Emsland konnte eine bisher hier unbekannte Art erstmals nachgewiesen werden: die Mückenfledermaus. Der sich vorwiegend von Mücken ernährende Flugsäuger ist noch kleiner, als die häufigere Zwergfledermaus – und damit die kleinste Art in Europa.

25 neue Steinkauzröhren und Schleiereulenkästen

Auch im Eulenschutz sei die erfolgreiche Arbeit fortgesetzt, heißt es seitens der Naturschützer: In Zusammenarbeit mit Haus- und Hofbesitzern konnten 25 neue Steinkauzröhren und Schleiereulenkästen installiert werden. Aufgrund der Vielzahl der bereits ausgebrachten Nisthilfen sind regelmäßige Kontrollen zwar nicht mehr möglich, aber in vielen Fällen achten die Anwohner inzwischen selbst auf die Belegung und melden sich bei besonderen Beobachtungen oder Problemen.

Kritische Begleitung des Windparks Freren-Bardel

Auch Mauersegler und Schwalben sind in der Region häufig auf künstliche Nisthilfen angewiesen. Für diese gefährdeten Arten betreut der Nabu zahlreiche Kästen und Kunstnester. Allerdings bleibe die Situation für die Gebäudebrüter nach wie vor angespannt, hier müssten die Schutzmaßnahmen mit Hilfe der Bevölkerung noch intensiviert werden. Vor allem bei Eingriffen in die Natur dürfe der Artenschutz nicht zu kurz kommen. Viel Raum nehme daher die kritische Begleitung des Windparks Freren-Bardel durch den Nabu ein.

Neues Veranstaltungsprogramm in Arbeit

Rückblickend auf die Veranstaltungen im Jahr 2016 freuen sich die Naturschützer, dass „Bird & Breakfast“, das traditionelle „Vogelfrühstück“, das zu einer durchaus sportlichen Uhrzeit von 6 Uhr morgens beginnt, wieder gut angenommen wurde. Sehr beliebt waren auch die „Bat-Nights“: Fledermausexkursionen, auf denen die Rufe der Fledermäuse mit dem Detektor hörbar gemacht werden. In Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde Lingen wurden mehrere Exkursionen zu den „Hotspots Lebensadern auf Sand“ angeboten. Diese Zusammenarbeit soll 2017 fortgeführt werden, das neue Veranstaltungsprogramm ist bereits in Arbeit.


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