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Kabarettistinnen von „DietutniX“ sorgten für Stimmung bei den kfd-Frauen im Kulturforum St. Michael Da herrschte dicke Luft über Athen

Optisch und akustisch waren sie ein Vergnügen, die Damen von „DietutniX“, die ihr buntes Programm anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der kfd Christ König vor ihrem überwiegend weiblichen Publikum im Kulturforum St. Michael präsentierten. Foto: toOptisch und akustisch waren sie ein Vergnügen, die Damen von „DietutniX“, die ihr buntes Programm anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der kfd Christ König vor ihrem überwiegend weiblichen Publikum im Kulturforum St. Michael präsentierten. Foto: to

Lingen.Die Pianistin spielt nur auf fair gehandelten Klavieren, die Kabarettistinnen sammeln die verkauften Eintrittskarten ein und verwenden sie neu, zu den Auftritten fahren sie selbst nach Bawinkel und Andervenne mit öffentlichen Verkehrsmitteln. „DietutniX“ tun was!

Dass die fünf Kabarettistinnen sich nicht nur für die Umwelt, sondern vor allem auf der Bühne engagieren und da alles geben, hat sich inzwischen herumgesprochen. So war auch das Kulturforum St. Michael ausverkauft, als die kfd Darme zu einem Abend mit der Gruppe „DietutniX“ einlud.

Die kfd Christ König feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Dieses Ereignis sollte gebührend gewürdigt werden, meinte die Sprecherin der kfd Darme Petra Biernat, die das überwiegend weibliche Publikum begrüßte und sich auf das Highlight unter den Jubiläumsveranstaltungen freute: „DietutniX“ mit dem neuen, bereits vierten Programm „Gut durchgelüftet“.

Bevor sie als Göttinnen auf dem Olymp „ernsthaft“ lüften müssen, weil über Athen wieder „dicke Luft“ herrscht, steigen sie mit dem Evergreen „Es liegt was in der Luft“ locker-luftig in das Thema ein, das Sabine Hollefeld mit „Luftgedanken“ vertieft.

Luftgedanken

Die anderen hätten sie weggeschickt, weil sie Luft zum Umziehen brauchen, meint sie, mit ihrem Körperumfang kokettierend. Damit bringt sie sich häufiger komödiantisch ein, besonders gelungen mit dem Chanson „Überall kneift die Hose“ nach Gilbert Becaud, stimmgewaltig und spielerisch überzeugend vorgetragen.

Es ist ein kontrast- und abwechslungsreiches klassisches Nummernprogramm mit immer neuen Inhalten und einem breiten Themenspektrum. Im Wechsel von Sketchen und Liedern sprechen die fünf Kabarettistinnen Klimakatastrophe und Politik, Wirtschaftskrise und gesellschaftlichen Wandel, Pflegenotstand und Geschlechterkampf an und bringen ihre Verwandlungskunst unter Beweis.

Atemberaubend die Figuren- und Kostümvielfalt: Da rekelt sich die moderne Emanze im Morgenmantel (Susanne Anders), Rotkäppchen (Steffi Windhoff) hastet von einer Pflegeoma zur anderen, die Göttin Hera (Ingrid Helmer) im griechischen Gewand ertränkt singend ihre Enttäuschung über den treulosen Göttergatten Zeus im Alkohol, und Heike Knief gibt als Frau Antje im Matrosenkleidchen eine Einführung in die Geheimnisse der Steppsprache, nachdem die ganze Gruppe mit „Rum & Coca-Cola“ einen furiosen Stepptanz hingelegt hat.

Die musikalische Seite ist die Stärke des Quintetts. Gute Stimmen, gepaart mit schwungvoller Darbietung und der virtuosen Begleitung der Pianistin Heike Knief, machen jedes Lied zu einem Kabinettstückchen.